5. Februar 2019 4 min. Lesezeit Trends

Der Coffee-to-go: Kaffeegenuss im 21. Jahrhundert

Vermutlich kennt jeder folgende Situation: Man ist spät dran, hat keine Zeit für ein Frühstück oder einen Kaffee und macht sich gestresst auf den Weg. Auf einen anregenden Kaffee möchten viele trotzdem nicht verzichten, schließlich gehört er zum morgendlichen Ritual einfach dazu und weckt gleichzeitig müde Geister. Zum Glück gibt es an fast jeder Straßenecke die Möglichkeit, einen Coffee-to-go zu kaufen und somit den Kaffee unterwegs zu trinken.

Die Geschichte des Coffee-to-gos

Die Geschichte des Coffee-to-gos beginnt in den USA und hängt eng zusammen mit der Entwicklung des Pappbechers. Dieser wurde bereits 1907 von Lawrence Luellen entwickelt und galt vor allem in Zeiten der Spanischen Grippe als besonders hygienisch. Anfangs trank man aber noch keinen Kaffee aus dem Pappbecher, sondern Wasser. Erst viele Jahre später begann die Kioskkette 7-Eleven heiße Getränke zum Mitnehmen zu verkaufen, schließlich konnten sich die meisten Menschen erst nach dem Zweiten Weltkrieg Kaffee als Genussmittel leisten. Der Coffee-to-go war geboren. Statt weiter auf Papierbecher zu setzen, wurde der Kunststoffbecher bevorzugt. Ergänzt wurde der Plastikbecher mit einem passenden Deckel. Diesen erfand übrigens die bekannte Kaffeekette Starbucks.

Den Weg nach Europa fand der Coffee-to-go erst viele Jahre später. Um 1990 schwappte der Trend nach Deutschland. Anfangs wurde hierzulande nur Filterkaffee angeboten, aber im Laufe der Zeit kamen immer mehr Kaffeespezialitäten dazu. Inzwischen kann man nahezu jeden Kaffee als Coffee-to-go trinken. Auch hier gelten die USA als Vorreiter. Viele Trends, die in den Staaten bereits verbreitet sind, finden auch bei uns großen Anklang. Während zahlreiche Modeerscheinungen nach kurzer Zeit wieder vom Markt verschwinden, setzen sich andere durch. So ist es auch beim Coffee-to-go. Inzwischen gibt es vermutlich keinen Bahnhof oder kein Kiosk mehr, der keinen Kaffee zum Mitnehmen anbietet.

Vor- und Nachteile des Coffee-to-gos

Die Vorteile eines Coffee-to-gos liegen natürlich auf der Hand. Er ist nahezu überall in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen verfügbar. Eine aufwändige Zubereitung entfällt und selbst wenn man es eilig hat, findet sich immer noch ein kurzer Augenblick für einen schnellen Kaffee. Durch seinen praktischen Deckel übersteht er auch einige Turbulenzen und kann so tatsächlich im Gehen getrunken werden. Danach entsorgt man den Becher einfach und spart sich damit die Reinigung von Tasse und Co. Mit nachhaltig produzierten Bechern aus Pappe oder Mehrwegbechern hält sich auch die Umweltbelastung in Grenzen. Viele Coffee-to-go Becher passen übrigens auch unter einen Kaffeevollautomaten von Kaffee Partner.

Symbol einer gestressten Gesellschaft?

Für viele ist der Coffee-to-go zu einer Art Sinnbild der Gesellschaft geworden. Die meisten Menschen sind von den beruflichen und privaten Herausforderungen des Lebens so gestresst, dass nur noch wenig Zeit für Genussmomente bleibt. Stattdessen wird jede Tätigkeit optimiert und noch zeitsparender gestaltet, damit man noch mehr schaffen kann. Der Coffee-to-go passt perfekt in den Lebensalltag vieler Menschen. Zudem galt er lange Zeit als Erkennungszeichen besonders beschäftigter Menschen. Den Mann im Business-Dress mit Handy am Ohr und Kaffeebecher in der Hand hat vermutlich jeder schon einmal gesehen. In vielen Momenten erleichtert der Coffee-to-go das Leben. Doch was spricht dagegen, sich hin und wieder zum entspannten Kaffeetrinken mit Bekannten zu treffen und in Ruhe eine Tasse des aromatischen Getränks zu genießen?

Inzwischen haben viele erkannt, dass Dauerstress sich negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden auswirken. Gerade bei der Nahrungsaufnahme sollte man sich Zeit nehmen und Wert auf hochwertige Produkte legen. Kein Wunder, dass der Trend des schnellen Kaffees inzwischen fast schon wieder ins Gegenteil umschlägt. Viele Kaffeetrinker setzen inzwischen auf den frisch gemahlenen Kaffee aus der Kaffeemühle und der French Press. Den Coffee-to-go verdrängen wird dieser Trend aber sicherlich nicht.

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Andreas

Der Morgen startet für ihn am liebsten mit einem Café au Lait XL aus der Ultima Duo 2: Darin steckt genau die richtige Mischung aus leckerem Kaffee und cremigen Milchschaum. Das stillt auch den etwas größeren Kaffeedurst.

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