7. März 2018 8 min. Lesezeit Rezepte

Von Mythen über Trends: Wir lüften das Geheimnis. Was hat es mit dem sogenannten Bulletproof Coffee auf sich?

Seit der Entdeckung des Kaffees um das Jahr 800 herum, hat sich einiges am Kaffeemarkt getan: Wurde das Getränk anfänglich nur mit Wasser aufgegossen, gibt es inzwischen viele Möglichkeiten, das Heißgetränk zu verfeinern. Dabei kommt es nicht mehr nur darauf an, das köstliche Aroma der Kaffeebohnen bestmöglich herauszulocken, sondern ihn auch mit passenden Zutaten zu kombinieren. Neben den standardmäßigen Komponenten wie Milch oder Zucker, kommen mehr und mehr auch exotische Varianten dazu.

Neben dem Geschmack stehen verschiedene Wirkungen der Kaffeebohne im Vordergrund, wie z. B. das anregende Koffein. Kaffee enthält über 1000 Inhaltsstoffe, wovon noch immer nicht alle chemisch entschlüsselt werden konnten. Demnach wird durch Forschungen und Experimente weiter versucht, eine oder mehrere bestimmte Eigenschaften der Kaffeebohne herauszufiltern, die eine positive Wirkung haben. Bei all diesen Erfindungen kommen neue Kaffeetrends zustande wie zum Beispiel Cold Brew Tonic, Cold Brew fruits, Bulletproof Coffee, CoffTea oder Chi-Kaffee. Einer dieser Trends wird im Folgenden näher unter die Lupe genommen: der Bulletproof Coffee. Was genau hat es mit dem Hype um dieses Kaffeegetränk auf sich? Woher kommt es und welche Wirkungen hat es?

Die Geschichte des Bulletproof Coffee

Der Bulletproof Coffee wurde vor einigen Jahren von dem Amerikaner Dave Asprey entdeckt. Zu der Zeit hatte er das tibetische Hochland besucht. Bei dem Rezept ließ er sich von dem dortigen Lieblingsgetränk, dem Buttertee inspirieren. Der Yak gehört zu der dort lebenden Rinderart, demnach ist es eine Mischung aus Yakbutter und Tee.

Zu der damaligen Zeit war der Amerikaner sehr energielos. Durch Schimmelpilzbefall in seinen eigenen vier Wänden hatte er gesundheitliche Probleme, die die Energielosigkeit nur noch förderten. Nachdem er aber das Lieblingsgetränk der Tibetaner getrunken hatte, erfuhr er durch dieses eine große Energiesteigerung. Zurück in den USA machte er sich direkt daran, selbst etwas Ähnliches zusammenzumischen. Es dauerte einige Jahre, bis er seinen ersten Erfolg feiern konnte. Mit Hilfe einer speziellen Kaffeesorte machte er große Fortschritte. Dieser spezielle Kaffee hatte weniger Mykotoxine, also weniger Schimmelpilzgifte in sich. Besonders die Substanz Ochratoxin A war in einer geringeren Menge in dem Kaffee enthalten. Die richtige Mischung aus dem Toxin-freien Kaffee zusammen mit Yakbutter und MCT-Öl führte schließlich zu einem Getränk, das überzeugte: Er fühlte wieder die Energie, die er damals bei dem Konsum des Yakbutter-Tees gespürt hatte.

Er hatte es sogar geschafft, ein noch wirkungsvolleres Gemisch als den Yakbutter-Tee zu entwickeln. Durch die Zusätze wurden verschiedene Substanzen vereint, die positive Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben. Dabei bekamen die gesättigten Fette ihr Comeback, genauso wie die große Menge an zugeführten Fetten, die gut für den Menschen sein sollen. Darüber hinaus gibt es natürlich auch den Kaffee mit seinen vielen positiven Effekten, der in diesem Gemisch zum Einsatz kommt. Der Bulletproof Coffee vereint demnach vielerlei positive Wirkungen in einem Getränk. Nach Dave Asprey hat das Heißgetränk bei ihm Wunder erbracht. Seine Firma hat er wie das Kaffeegetränk Bulletproof genannt. Natürlich gab es neben diesem Kaffeetrend noch weitere Versionen, jedoch gehört der Bulletproof Coffee zu den wichtigsten Entwicklungen der Firma. Doch was genau wirkt sich so positiv auf den Körper aus? Dazu müssen die Bestandteile genauer betrachtet werden.

Inhaltsstoffe und Wirkung des Bulletproof Coffee

Um die Wirkung von diesem Kaffeetrend nachvollziehen zu können, ist es hilfreich, die genauen Inhaltsstoffe zu kennen. Dabei handelt es sich um nicht mehr als lediglich drei Zutaten:

  • hochwertiger Kaffee
  • MCT-Öl
  • Weidebutter

Jedoch machen die hohe Konzentration und die ausgewählten Inhaltstoffe den Unterschied. Der Kaffee enthält keine Toxine mehr und ist somit viel gesünder. Nach dem Erfinder des Bulletproof Coffee, ist dieses besondere Öl 18 Mal so stark wie Kokosöl. Diese Mischung soll die gleiche besondere Auswirkung auf den Körper haben wie der Yakbutter-Tee, der als Inspiration gedient hat.

Wird die Kaffeevariante richtig zubereitet, soll es bei Energielosigkeit Abhilfe schaffen. Bei vielen gilt es als das „High Performance“-Wundermittel. Generell wurden bereits vielerlei positive Wirkungen von Kaffee auf den Körper nachgewiesen. Die Kaffeebohne hat einige Substanzen, die der Mensch benötigt oder die ihm guttun. Er soll viele Krankheiten wie z. B. Depressionen vorbeugen. Mit der Entwicklung des Bulletproof Coffee gibt es nun auch eine weitere Hilfe zur Fettverbrennung. Für viele Menschen auf der ganzen Welt gilt das Getränk als neu entdeckte Fettverbrennungs-Wunderwaffe, sogar Promis setzen auf die Wirkung. Gleichzeitig sinkt das Hungergefühl, wodurch man automatisch weniger isst und an Gewicht verliert.

Der Bulletproof Coffee erhöht demnach die Leistungsfähigkeit, was dauerhaft zu erhöhter bzw. längerer Konzentrationsfähigkeit führt. Um diese Wirkungen am besten zu erreichen, wird der Kaffee morgens getrunken und ersetzt die Frühstücksmahlzeit. So werden morgens die Kohlenhydrate ausgelassen und durch das MCT-Öl gesättigte sowie Omega-3-Fettsäuren und Pflanzenfette zugeführt, der für viele Stoffwechselprozesse benötigt wird. Wird der morgendliche Bulletproof Coffee eingenommen, hält er für einige Stunden satt und versorgt den Körper mit wichtiger Energie. Er reicht vollkommen bis zum Mittagessen als Energielieferant aus. Der Bulletproof Coffee besitzt – sofern er richtig zubereitet wurde – eine Konsistenz wie eine cremige Latte.

Die positiven Wirkungen im Überblick:

  • Leistungssteigerung durch mehr Energie
  • Längere Konzentrationsfähigkeit
  • Anregung der Fettverbrennung
  • Sinkendes Hungergefühl mit verbundenem Gewichtsverlust
  • Vorbeugung vieler Krankheiten
  • Versorgung des Körpers mit wichtigen Fetten

Alles rund um die Zutaten

Wie bereits genannt handelt es sich bei der Zutatenliste für den Bulletproof Coffee um eine sehr kurze: Er besteht lediglich aus Kaffee, MCT-Öl und Butter. Doch das sind nicht nur irgendwelche Beimengungen. David Asprey hat jahrelange Arbeit und viel Geld in Experimentieren und die Verfeinerung des Gemisches gesteckt, damit es zu dem hochwertigen Kaffeegetränk wird, das es heute ist.

Doch was genau sind das für spezielle Inhaltsstoffe im Bulletproof Coffee, die so eine starke Auswirkung haben? Das MCT-Öl besteht aus Triglyceriden. Mittelkettige Glyceride gehören zu den Fettsäuren, die ohne Aufwand und Umschweife von dem Körper aufgenommen werden können. Dadurch versorgen sie einen direkt mit Energie. Üblicherweise werden diese Triglyceride aus Kokosöl gewonnen. Somit hat das MCT-Öl also einen großen Vorteil: Es wird nicht als Fett angelagert, da es sofort verwertet wird und zusätzlich auch noch die Fettverbrennung ankurbelt.

Bei dem zweiten Bestandteil, dem Kaffee, wird durch einen sehr aufwändig optimierten Prozess die höchstmögliche Qualität von Anfang bis zum Ende der Zubereitung gewährleistet. Nicht erwünschte Schadstoffe, die innerhalb der Zubereitung eindringen könnten, wurden auf ein Minimum reduziert. Deswegen wird auch jede Ernte mehrmals auf mögliche Schadstoffe untersucht. Eine langsame und sehr schonende Röstung macht den Kaffee durchaus säurearm und noch bekömmlicher.

Die richtige Zubereitung

Wer Bulletproof Coffee auch mal selbst zubereiten möchte, der sollte besonders bei dem MCT-Öl darauf achten, es aus Glasflaschen zu kaufen. Denn im Gegensatz zu Glasflaschen können welche aus Plastik Weichmacher wie BPA beinhalten, die den Inhalt möglicherweise verunreinigen.

Für eine Tasse des idealen, selbstgemachten Butterkaffees werden folgende Zutaten benötigt:

  • 200 ml pestizid- und pilzsporenfreier Kaffee,
  • 1-2 Esslöffel Butter – sogenannte Weidebutter –,
  • 1-2 Esslöffel MCT-Öl (alternativ auch Kokosöl) und
  • optional 1/2 Teelöffel Vanille.

Zuerst wird die Weidebutter mit dem MCT-Öl in eine Tasse gegeben. Darauf wird ein wenig heißer Kaffee geschüttet, um dadurch die Butter schmelzen zu lassen. Mit Hilfe eines Blenders oder eines Quirls wird dieses Gemisch aufgeschäumt. Wenn die Mixtur eine cremige Konsistenz erreicht, kann der Rest des Kaffees hinzugefügt werden. Dabei muss der Kaffee gut aufgeschäumt werden, da er sonst nicht sehr lecker schmeckt oder sich Fettaugen bilden können.

Ist ein Bulletproof Coffee wirklich so gesund?

Wer die Werbung von Bulletproof Coffee kennt, kann den Eindruck bekommen, dass es sich hier schon fast um ein Wundermittel handelt. Doch kann man dem durchweg verheißungsvollen Image Glauben schenken? Dass Kaffee an sich gesund ist, wurde bereits in anderen Zusammenhängen außerhalb des Bulletproof Coffee bewiesen. Aber wie sieht es mit diesem Kaffeetrend aus? Bei regelmäßigem Verzehr werden Leistungssteigerung und Gewichtsreduzierung als Folgen genannt. Jedoch fehlen die relevanten Referenzen oder Untersuchungen für den scheinbar besonders nahrhaften Kaffee. Nach Asprey sollen die Gifte im „normalen“ Kaffee der Gesundheit von Kaffeetrinkern schaden. Allerdings sind auch andere Kaffeehersteller auf die Problematik aufmerksam geworden und haben diese durch verschiedenste Methoden weitestgehend behoben. Wichtig ist, dass die Gifte erst ab einer gewissen Konzentration für den menschlichen Körper schädlich sind, die auch bei viel konsumierenden Kaffeetrinkern nicht erreicht wird.

Ähnlich verhält es sich mit der Butter. Darin sind viel CLA, wertvolle Omega-3-Fettsäuren sowie die fettlöslichen Vitamine A und K. Besonders Weidebutter enthält eine viel höhere Konzentration der genannten Substanzen. CLA ist eine sogenannte konjugierte Linolsäure und hilft beim Abnehmen. Jedoch muss dafür eine tägliche Dosis von drei bis sechs Gramm eingenommen werden. Und dies führt auch nur zu einem geringen Gewichtsverlust, der erst nach längerer Zeit wahrgenommen werden kann. Butter enthält ausschließlich die Parentalfettsäure alpha-Linolensäure. Sie kann die für den Körper notwendigen Eicosapetalfettsäure sowie Docosahexaensäure bilden. Jedoch ist auch diese Fettsäure nicht in genügender Menge enthalten, um wirklich deutliche Auswirkungen zu haben. Weiterhin müsste eine große Menge an Butter verzehrt werden, um genügend fettlösliche Vitamine aufzunehmen, die den Tagesbedarf decken. Nun stellt sich die Frage, ob es wirklich notwendig ist, Butter und MCT-Öl in diesen Mengen zu sich zu nehmen, um die erwünschten Effekte zu erhalten. Man besitzt einen sogenannten Feedbackmechanismus, durch den verhindert wird, dass zu viele freie Fettsäuren in den Blutkreislauf gelangen. Denn wenn dies der Fall wäre, könnte der hohe Fettsäuregehalt zu Toxizität führen.

Unser Fazit zum Hype

Der Bulletproof Coffee gehört wie auch viele andere Varianten zu den Trends und Hypes rund um den Kaffee, die sich scheinbar positiv auf den menschlichen Körper auswirken. Dieser Kaffeetrend besteht durchaus aus einer interessanten Mixtur und ist sicherlich nicht für jeden Geschmack das richtige. Aber durch seinen Verzehr wird die Fettverbrennung angekurbelt und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit gesteigert. Dies ist dem tibetanischen Lieblingsgetränk Yakbutter-Tee nachempfunden worden, das den Entdecker des Bulletproof Coffee inspiriert hat.

Doch ob der Butterkaffee wirklich die genannten vorteilhaften Auswirkungen auf den regelmäßigen Konsumenten des Heißgetränks hat, ist fraglich. Es fehlen sichere Quellen und Referenzen, die bezeugen, dass dieser Kaffeetrend wirklich gesundheitsfördernd ist. Bis erste Untersuchungen da sind, muss jeder für sich die Entscheidung treffen, ob er dies für sich ausprobieren möchte. Wer einen Selbstversuch starten möchte, sollte darauf achten, am Morgen nichts außer den Bulletproof Coffee zu sich zu nehmen. Der Bulletproof Coffee – ob letztendlich gesund oder nicht – ist auf alle Fälle ein weiterer Trend im Bereich des Kaffees. Nicht der erste und sicherlich nicht der letzte und deshalb sollte er wie die anderen Trends und Hypes auch mit Vorsicht genossen werden.

Carolin

Carolin

Trinkt am liebsten Kaffee schwarz, um in den Tag zu starten. Nach dem Essen darf es auch gerne ein kurzer Espresso sein – am liebsten aus der Ultima Duo 2.

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