18. März 2019 3 min. Lesezeit Wissen

Die Espressobohne – einfach nur eine spezielle Kaffeebohne?

Der Espresso ist eine besondere Kaffeespezialität. Klein, stark und kräftig unterscheidet er sich bereits in Menge und Geschmack von vielen anderen Getränken. Die Zubereitung der italienischen Spezialität ist eine Kunst für sich, die nicht jeder Barista auf Anhieb beherrscht. Vor allem der Umgang mit der Siebträgermaschine erfordert viel Übung. Neben der richtigen Technik sind es vor allem die Zutaten, die das besondere Aroma des Espressos ausmachen. Für einen perfekten Espresso braucht man im Grunde nicht viel: das richtige Equipment, Wasser und die perfekte Espressobohne. Doch was zeichnet die optimale Espressobohne überhaupt aus? Wie lässt sie sich erkennen und handelt es sich hierbei um eine normale, handelsübliche Kaffeebohne?

Espressobohne und Kaffeebohne – der kleine, aber feine Unterschied

Wer hätte das gedacht? Obwohl der Espresso meist deutlich kräftiger im Geschmack ist als ein normaler Filterkaffee, handelt es sich grundsätzlich um den gleichen Rohstoff, also die gleiche Kaffeebohne. Entscheidender Unterschied ist hier die Verarbeitung und auch die Mischung. Espressomischungen sind häufiger Blends. Als Blends bezeichnet man Mischungen verschiedener Kaffeebohnen. Selbst Bohnen aus unterschiedlichen Ländern können in einer solchen Blend zusammenkommen. Espressobohnen beinhalten zumeist einen hohen Anteil an Robusta-Bohnen. Diese wachsen in niedrigeren Anbaugebieten, sind deswegen kräftiger im Geschmack und haben einen höheren Koffeingehalt. Zudem bilden sie aufgrund ihres geringeren Fettanteils eine bessere Crema. Dies macht die Robusta zur perfekten Espressobohne. Espressomischungen bestehen meist zu 50 % aus Robusta-Bohnen.

Weiteres Unterscheidungskriterium ist die Länge der Röstung. Die Röstung der Espressobohne dauert deutlich länger. Dadurch entstehen die dunkelbraune Farbe und die ölig schimmernde Oberfläche der Espressobohne. Somit lässt sie sich bereits optisch gut von der normalen Kaffeebohne abgrenzen. Diese ist meist matter in der Farbgebung und deutlich heller. Durch die längere Röstung kommen die in der Bohne enthaltenen ätherischen Öle besser zur Geltung. Diese beeinflussen Geschmack und Aroma des daraus gebrühten Kaffees. Zudem enthalten Espressobohnen weniger Chlorogensäure, sodass sie bekömmlicher sind als normale Kaffeebohnen.

Warum ist die Espressobohne teurer als die Kaffeebohne?

Viele Kaffeetrinker werden sich bereits gefragt haben, warum die Espressobohne teurer ist als die normale Kaffeebohne. Begründet wird der Preisunterschied mit dem unterschiedlichen Röstverfahren. Durch den längeren Röstvorgang wird der Espressobohne mehr Wasser entzogen. Dadurch verliert sie an Gewicht. Zudem ist der Energieverbrauch aufgrund der längeren Röstung höher. Die Röstung der Espressobohne dauert fast doppelt so lange wie die Röstung der Kaffeebohne. Kein Wunder, dass diese höheren Kosten auf das Endprodukt umgelegt werden und sich im Preis niederschlagen. Es lohnt sich allerdings nicht, auf eine hohe Qualität zu verzichten und den Espresso womöglich mit normalen Kaffeebohnen herzustellen. Hier leiden sowohl die Qualität der Crema als auch der Geschmack des Espressos – der Genuss bleibt auf der Strecke.

Weitere Unterschiede bei der Zubereitung von Espresso und Kaffee

Die Röstung der Bohnen ist das entscheidende Kriterium bei der Unterscheidung von Espresso- und Kaffeebohnen. Des Weiteren gibt es auch Abweichungen bei der Zubereitung und der Optik des fertigen Getränks. Markantestes Kennzeichen des Espressos sind die geringe Menge und die feine Crema. Selbst ein doppelter Espresso beinhaltet weniger Flüssigkeit als eine normale Tasse Kaffee. Zudem ist ein Filterkaffee klarer und transparenter. Die oberste Schicht des Espressos bildet eine feine Crema. Diese kann nur mit der perfekten Espressobohne gelingen.

Auch die Zubereitung erfolgt unterschiedlich. Für einen Espresso werden die Espressobohnen recht fein gemahlen. Kaffeebohnen hingegen müssen nicht so fein gemahlen werden. Während der normale Filterkaffee problemlos in der Kaffeemaschine zubereitet werden kann, ist für den Espresso im besten Fall eine Siebträgermaschine erforderlich. Mit der Siebträgermaschine lassen sich Wassertemperatur, Durchlaufzeit und Brühdruck anpassen, sodass am Ende ein schmaler Strahl Espresso aus der Maschine läuft. Im Gegensatz dazu wird Filterkaffee einfach nur aufgebrüht. Besonders unkompliziert gelingt der Espresso mit einem Kaffeevollautomaten von Kaffee Partner. Dank eines separaten Fachs für die Espressobohne wird hier jede Kaffeespezialität mit der passenden Bohne zubereitet.

Avatar von Isabel

Isabel

Kaffee ist nicht unbedingt ihr Lieblingsgetränk. Dafür ist sie immer für einen Schokotraum zu haben - am besten mit einer Portion "Snow", dem feinen kalten Milchschaum aus der Ultima Duo 2.

Zurück

Diese Artikel könnten Ihnen auch gefallen