Damit Ihr Espresso auch lange Zeit den perfekten Geschmack aufweist, ist eine regelmäßige Pflege der Espressomaschine unvermeidbar.

Fast jeder Espressotrinker hat dieses Szenario bestimmt bereits einmal durchlaufen: Da freut man sich auf seine Tasse Espresso und möchte ihn genießen, doch plötzlich schmeckt er ganz anders als beim letzten Mal, hat vielleicht einen bitteren oder sauren Nachgeschmack. Was ist passiert? Wer seinen Espresso aus der Espressomaschine trinkt, muss bedenken, dass dessen Innenraum ein Sammelort für allerlei Ablagerungen wie Kaffeeöle oder Milchreste ist. Aus diesem Grund ist eine regelmäßige Reinigung der Espressomaschine notwendig.

Espressomaschinen müssen wie alle Arten von Siebträgermaschinen einer regelmäßigen und gründlichen Reinigung unterzogen werden. Geschieht dies nicht, bleiben die Rückstände der Kaffeezubereitung in der Maschine und trüben bei der folgenden Zubereitung den Geschmack des Espressos. Mit der richtigen und gründlichen Reinigung der Espressomaschine werden lösliche Partikel und Öle wieder aus der Maschine entfernt. Dadurch bleibt nicht nur der köstliche Geschmack der Espressi enthalten. Vielmehr kann für eine längere Lebensdauer der Espressomaschine gesorgt werden. Wer sich nicht alle paar Jahre einen neuen Automaten kaufen oder getrübten Espresso trinken will, der sollte den Aufwand auf sich nehmen und die Espressomaschine regelmäßig reinigen sowie pflegen. Um die Espressomaschine gründlich sauber zu bekommen, müssen jedoch einige Dinge beachtet werden. Dazu gehören unter anderem die Verwendung der richtigen Entkalker sowie die korrekte Weise der Brühgruppenreinigung.

Espresso läuft aus Siebträger
Fertiger Espresso aus Siebträger

Entkalkung der Espressomaschine

Bei der Reinigung der Espressomaschine ist die Entkalkung ein relevanter Schritt und sollte je nach Härtegrad des Wassers unterschiedlich oft durchgeführt werden. Liegt der Härtegrad bei weniger als 8,4 °dH, reicht eine halbjährliche Entkalkung völlig aus. Ist der Härtegrad jedoch bei einem Wert von über 14 °dH, sollte die Maschine alle 3-4 Monate entkalkt werden. Die Entkalkung von Duschsieb und Siebträger ist simpel: Dafür wird der Entkalker in einer Schüssel mit warmem Wassers aufgelöst und das Sieb sowie der Siebträger für eine halbe Stunde zum Einweichen hineingelegt. Anschließend reicht ein gründliches Abspülen unter fließendem Wasser und beides kann wieder an die gereinigte Espressomaschine montiert werden. Die Entkalkung der Espressomaschine bedarf etwas mehr Zeit und Aufwand: Zunächst muss die Maschine aufgeheizt werden, sodass der erforderliche Betriebsdruck erreicht ist. Dann wird die Maschine wieder ausgestellt. Daraufhin müssen der Kessel und der Wärmetauscher gleichzeitig entleert werden. Dies geschieht, indem die Heißwasserentnahme sowie der Brühgruppen-Hebel betätigt werden. Sind die Behälter leer, wird die Heißwasser- und Kaffeeausgabe wieder geschlossen. Jetzt kommt es drauf an, was in der Packungsbeilage steht: Je nach Herstellerangabe wird das Entkalkungsmittel mit Wasser dosiert und in den Wasserbehälter gefüllt. Bei Einschaltung der Espressomaschine zur Reinigung, wird automatisch der Kessel mit der Lösung befüllt. Nun muss der Brühgruppen-Hebel so lange betätigt werden, bis sich der Wärmetauscher mit dem Entkalkungsmittel befüllt.

Der nächste Schritt zur Reinigung der Espressomaschine besteht in der Entkalkung des Expansionsventils. Dafür wird der Filterträger mit Blindsieb in die Brühgruppe eingesetzt und der Hebel erneut betätigt. In diesem Fall muss er etwa 20 Sekunden lang gehalten und anschließend ganz nach unten gedrückt werden. Nach dreimaliger Wiederholung muss die Entkalkungsflüssigkeit eine halbe Stunde lang einwirken, bevor erneut der Brühgruppen-Hebel betätigt werden und das Entkalkungsmittel durch die Brühgruppe laufen kann. Damit sich im Perlator kein Schmutz ansammelt, wird das Endstück des Heißwasserauslassers abgeschraubt. Jetzt kann der Kessel durch Ausschalten der Espressomaschine sowie Betätigung der Heißwasserentnahme geleert werden. Um den Kessel wieder mit frischen Wasser zu befüllen, wird der Wasserbehälter aufgefüllt und die Maschine eingeschaltet. Nach dem erneuten Auffüllen des Frischwasserbehälters muss der Brühgruppen-Hebel wiederholt erst für etwa 20 Sekunden gehalten und schließlich ganz runtergedrückt werden. Das Blindsieb wird aus dem Filterträger entnommen und der Brühgruppen-Bedienhebel 60 Sekunden lang betätigen, sodass der Wärmetauscher gespült wird.

Die Brühgruppe der Espressomaschine reinigen

Die Brühgruppe – oder auch Brüheinheit genannt – ist das Zentrum einer Espressomaschine. Durch sie wird der Kaffee portioniert und im Filter zusammengepresst. Anschließend lässt die Brühgruppe das heiße Wasser durchzischen und das Kaffeegetränk wird zubereitet. Wenn die Brühgruppe eine hohe Menge an Kaffeemehl fassen kann, kann der Kaffee stärker aufgebrüht werden.

Damit also der Espresso noch eine lange Zeit köstlich schmeckt und die Espressomaschine eine lange Zeit funktionsfähig bleibt, muss die Brühgruppe der Espressomaschine regelmäßig gereinigt werden. Die Häufigkeit der Reinigung der Espressomaschine hängt stark davon ab, wie oft ein Espresso zubereitet wird. Passiert dies lediglich ein bis ein paar Mal am Tag, reicht eine wöchentliche Reinigung völlig aus. Werden jedoch viele Espressi zubereitet, sollte die Espressomaschine täglich gereinigt werden. Es gibt spezielle Gruppenreiniger in Pulverform, die zur Entfettung und Reinigung der Espressomaschine dienen. Um die Brühgruppe reinigen zu können, wird auch hier das Blindsieb benötigt. Die Brühgruppenreinigung der Espressomaschine läuft dabei wie folgt ab: Zuerst wird die Maschine wieder aufgeheizt und der Filterträger eingesetzt. Nun kommt der Gruppenreiniger zum Einsatz. Es wird ein halber Beutel des Reinigers in das Blindsieb gefüllt und das Blindsieb sowie der Filterträger werden in die Espressomaschine eingesetzt. Wird der Brühgruppen-Bedienhebel betätigt, füllt sich das Blindsieb mit Wasser auf.

Für die Einwirkung des Gruppenreinigers ist es wichtig, dass der Brühgruppen-Bedienhebel nur bis zur Hälfte betätigt ist. So wird der Reiniger eine Minute lang zum Einwirken ruhen gelassen. Nach der Einwirkzeit wird der Hebel nach unten gedrückt. In Folge dessen werden aus dem Zylinder der Brühgruppe die Öle und Fette abgelassen. Daraufhin werden die Schritte vom Auffüllen des Blindsiebs bis hin zum Ablassen der Fette und Öle so oft wiederholt, bis das ablaufende Wasser wieder klar ist. Ist dies der Fall, wird der Filterträger mit Blindsieb entnommen aus mit klarem Wasser ausgespült. Nach dem Wiedereinsetzen muss der Brühgruppen-Bedienhebel für eine Minute bis zur Hälfte gehalten werden. Anschließend muss der Hebel nach unten durchgedrückt werden. Anschließend wird der Filterträger entnommen und der Brühgruppen-Bedienhebel erneut erst eine Minute lang bis zur Hälfte gehalten und dann nach unten durchgedrückt.

Um die Espressomaschine vollständig zu reinigen, fehlt noch die Reinigung des Siebträgers und des Duschsiebs. Diese müssen am besten nach jeder Verwendung der Espressomaschine gereinigt werden. Für die Reinigung wird der Siebträger ausgespannt und ein Leerlauf gestartet. Das Wasser läuft nun durch das Duschsieb in die Abtropfschale. Währenddessen kann mit einer Gruppenbürste das restliche Kaffeemehl abgebürstet werden. Übergebliebene Milchreste an der Dampflanze können ganz einfach mit einem feuchten Tuch abgewischt werden. Um die Dampflanze gründlich zu reinigen, sollte einmal wöchentlich Milchschaumreiniger verwendet werden. Wie genau das aussieht, ist in der Packungsanleitung nachzulesen.

Reinigung der Espressomaschine für ungetrübten Geschmack

Neben der Brühgruppenreinigung der Espressomaschine muss auch in regelmäßigen Abständen eine Entkalkung der ganzen Maschine stattfinden. Wie häufig die Brühgruppe der Espressomaschine gereinigt werden muss, hängt stark davon ab, wie oft sie zur Zubereitung eines Espressos benutzt wird. Werden viele Espressi täglich zubereitet, sollte die Espressomaschine täglich gereinigt werden. Andernfalls reicht eine wöchentliche Reinigung aus. Die Häufigkeit der Entkalkung hängt wiederum von dem Härtegrad des Wassers ab und schwankt zwischen halbjährlich und alle 3-4 Monate. Welche Mittel dabei zur Reinigung welcher Espressomaschine am besten geeignet sind, weiß der Hersteller am besten. Eine Übersicht sollte demnach in jeder Packungsbeilage vorzufinden sein.

Die regelmäßige Pflege und Reinigung der Espressomaschine sorgt für ein ungetrübtes Geschmackserlebnis voller Genussmomente. Die Reinigung der Espressomaschine ist von großer Wichtigkeit, wenn Espressoliebhaber ihren Espresso noch lange Zeit genießen wollen. Denn wenn die Espressomaschine regelmäßig gereinigt wird, werden Kalkreste, Milchablagerungen und Kaffeeöle aus dem Automaten entfernt und sie können sich nicht hartnäckig festsetzen und den Geschmack verändern. Des Weiteren sorgen Sie mit der Pflege und Reinigung der Espressomaschine gleichzeitig dafür, dass die Espressomaschine ihre volle Lebenszeitspanne ausschöpfen kann. Somit ist eine jahrelange Freude mit köstlichen Espressi, die zum Entspannen oder konzentrierten Arbeiten einladen, garantiert.

Wenn Sie nicht wissen, wie der Wassergrad zu messen ist, schauen Sie doch einmal auf der Internetseite Ihres Wasserversorgers nach. Hier sind in der Regel die unterschiedlichen Härtegrade der jeweiligen Stadtteile aufgeführt und Sie müssen selber keine Messung durchführen. Wer keine Angaben online findet, kann seinen Versorger anrufen und die Werte telefonisch erfragen.

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