28. Oktober 2020 6 min. Lesezeit Gesundheit

Die wichtigsten Fakten zum Kaffeegenuss in der Schwangerschaft

  1. Frauen dürfen während einer Schwangerschaft Kaffee trinken, aber nur in Maßen.
  2. Bis zu 200 mg Koffein pro Tag sind für schwangere Frauen in Ordnung.
  3. Das im Kaffee enthaltene Koffein kann bei übermäßigem Verzehr Auswirkungen auf das Geburtsgewicht haben.

 

Ist Kaffee in der Schwangerschaft gesund?

Gerade in der Schwangerschaft achten Frauen besonders auf ihre Ernährung. Dem noch ungeborenen Kind und auch der Mutter soll es schließlich an nichts fehlen. Umso wichtiger ist es, Lebensmittel und ihre Wirkungen zu kennen. So auch die des Kaffees und hier insbesondere die des im Kaffee enthaltenen Koffeins. Grundsätzlich ist der Verzehr des Getränks Studien und Experten zufolge nicht verboten, sollte allerdings eingeschränkt werden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelversorgung empfiehlt Schwangeren und Stillenden eine Höchstmenge von etwa 200 mg Koffein pro Tag, was in etwas mehr als einer Tasse (200 ml) Filterkaffee entspricht. Normalerweise wären für einen Erwachsenen bis zu 400 mg Koffein pro Tag in Ordnung. Einschränkungen wie nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt innerhalb einer Schwangerschaft Kaffee zu trinken oder kurz vor dem Geburtstermin darauf zu verzichten, gibt es nicht.

Auswirkungen von Kaffee auf ein ungeborenes Kind

Leichteres Geburtsgewicht

Kaffee besteht aus mehr als 1000 Substanzen, die alle unterschiedliche Auswirkungen auf den Körper haben können. Besonders große Auswirkungen hat das Koffein. Forscher aus Norwegen haben herausgefunden, dass der regelmäßige Kaffeekonsum Auswirkungen auf das Geburtsgewicht des Kindes haben kann. Kinder von Kaffeetrinkerinnen mit einem hohen Konsum hatten ein leichteres Gewicht bei der Geburt als Kinder von Frauen, die auf Kaffee verzichtet hatten. Das ist bei gesunden Kindern unbedenklich. Kommt es allerdings zu einer Frühgeburt, kann jedes Gramm Geburtsgewicht mehr entscheidend sein.

Unruhige Babys im Mutterleib

Babys werden im Mutterleib über die Plazenta versorgt. Diese gibt auch Koffein an das Kind weiter, wenn die Schwangere Kaffee trinkt. Generell wirkt sich das Koffein folgendermaßen auf den Körper aus: Koffein regt für kurze Zeit Herzfrequenz sowie Stoffwechsel an. Bei dem ungeborenen Kind kann Koffein ähnliche Auswirkungen haben. Dadurch kann der Fötus im Mutterleib unruhig werden. Zudem kann regelmäßiges Kaffeetrinken zu einer gesteigerten Urinproduktion der Mutter führen sowie zu schlaflosen Nächten und Kopfschmerzen, nachdem das Koffein aus dem Organismus gefiltert wurde. Da dem Fötus ein Leberenzym fehlt, braucht er fast 20 mal so lange, um Koffein abzubauen. Außerdem wird die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung gehemmt.

So viel Koffein darf man in der Schwangerschaft

 

So viel Koffein steckt in Cappuccino, Latte macchiato und Co.

Schwangere sollten darauf achten, dass sie insgesamt auf eine Koffeinmenge von nicht mehr als 200 Gramm Koffein kommen. Doch Koffein kann nicht nur durch den Verzehr von schwarzem Kaffee aufgenommen werden. Auch in Latte macchiato, Cappuccino oder auch Tee und Cola ist Koffein enthalten. Damit Sie einen Überblick haben, haben wir Ihnen hier eine Liste mit koffeinhaltigen Getränken zusammengestellt:

  • Filterkaffee: Bis zu 80 mg Koffein je 100 ml
  • Espresso: Bis zu 110 mg Koffein je 100 ml
  • Cappuccino: Bis zu 30 mg Koffein je 100 ml
  • Kakao: Bis zu 11 mg Koffein je 100 ml
  • Schwarzer Tee: Bis zu 50 mg Koffein je 100 ml
  • Cola/Cola zero: Bis zu 10 mg Koffein je 100 ml
  • Cola light: bis zu 12 mg Koffein je 100 ml
  • Club-Mate: bis zu 20 mg Koffein je 100 ml
  • Energydrink (je nach Sorte unterschiedlich): bis zu 32 mg Koffein je 100 ml (Red Bull)

 

Welche Kaffee-Alternativen gibt es für Schwangere?

Um auf Nummer sicher zu gehen, verzichten viele Schwangere auf Kaffee. Für diejenigen, denen es schwer fällt, auf den Genuss mehr als neun Monate lang zu warten, für den haben wir verschiedene Kaffee-Alternativen:

Koffeinfreier Kaffee: Die Alternative Nummer 1 ist der Klassiker in der koffeinfreien Version. Unser Tipp: Wählen Sie der Qualität wegen einen entkoffeinierten Kaffee mit Bio-Gütesiegel. Allerdings sollten Sie auch hier auf die Menge achten, da der übermäßige Verzehr von entkoffeiniertem Kaffee zu Magenbeschwerden führen kann.

Muckefuck: Als weitere Alternative gilt der sogenannte Muckefuck. Das Getränk mit dem ungewöhnlichen Namen wird meist aus Getreide hergestellt und enthält kein Koffein. Er wird auch als „falscher Kaffee” bezeichnet, da zwar keine Kaffeebohnen verwendet werden, das Getränk durch die Zutat Zichorien aber leicht nach Kaffee schmeckt. Die Zichorie (oder auch „Gemeine Wegwarte”) ist eine Pflanze, die oft an Wegrändern wächst.

Obst- und Gemüsesäfte: Wer morgens nicht gut aus dem Bett kommt, kann auf einen frisch gepressten Obst- oder Gemüsesaft zurückgreifen. Die zahlreichen Vitamine sind ebenfalls ein guter Frische-Kick.

schokoladen schriftzug decaff in tasse kaffee

 

Folsäure und Kaffee: Was Schwangere beachten sollten

Für die Entwicklung des Kindes ist Folsäure essentiell wichtig. Das zu den B-Vitaminen gehörende Vitamin sorgt dafür, dass sich das Nervengewebe des Babys richtig entwickelt. Ein Mangel an Folsäure kann zu schweren Entwicklungsstörungen des Nervengewebes führen. Allerdings soll Kaffee keine negativen Auswirkungen auf den Folsäure-Haushalt haben. Sollten Sie einen Folsäure-Mangel feststellen, achten Sie auf eine gesunde Ernährung und integrieren Sie Lebensmittel mit einem hohen Anteil des Vitamins, z.B. Kohl oder Haferflocken, in Ihren Speiseplan.

 

Nach der Geburt: Dürfen stillende Frauen Kaffee trinken?

Auch in der Stillzeit sollten Frauen ihren Kaffeekonsum einschränken. Über die Muttermilch kann der Säugling weiterhin Koffein aufnehmen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung dürfen Stillende allerdings etwas mehr Koffein unbedenklich zu sich nehmen als schwangere Frauen. Der Richtwert liegt bei rund 300 mg pro Tag, was in etwa zwei Tassen (je 200 ml) Filterkaffee entspricht. Laut dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Thüringen gibt es keine genauen Untersuchungen, wie viel Kaffee „sicher” für stillende Mütter und ihre Kinder ist. Allerdings wisse man bereits, dass viel Kaffee Schlafstörungen beim Baby verursachen kann. Außerdem kann Koffein bei Säuglingen zu Bauchweh und Blähungen führen. Somit sollten auch Stillende weiterhin darauf achten, wie viel Koffein sie pro Tag zu sich nehmen.

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Carolin

Trinkt am liebsten Kaffee schwarz, um in den Tag zu starten. Nach dem Essen darf es auch gerne ein kurzer Espresso sein – am liebsten aus der Crema Grande .

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