2. August 2018 4 min. Lesezeit Wissen

Die lange Kaffeereise nach Europa

Seinen Ursprung soll der Kaffeegenuss in Äthiopien haben. Europa erfuhr im 16. Jahrhundert vom Kaffee und die ersten Kaffeehäuser in Konstantinopel, Venedig, Hamburg und anderen großen europäischen Städten wurden im 17. Jahrhundert eröffnet. Dabei wurde der Kaffee traditionell auf verschiedene Arten zubereitet. Wir stellen Ihnen die Geschichte der Kaffeezubereitung etwas genauer vor.

Von Äthiopien nach Europa

Der Kaffee soll seinen Ursprung in der Region Kaffa im Südwesten Äthiopiens haben. Schon im 9. Jahrhundert wurde hier Kaffee getrunken. Im 14. Jahrhundert gelangte der Kaffee dann nach Arabien und von da aus über das Osmanische Reich im 16. Jahrhundert auch nach Europa. Die Samen der Kaffeekirschen wurden geröstet, gemahlen und in Wasser gekocht, um den Kaffee herzustellen. Dabei ähnelte die frühe Kaffeezubereitung in Europa auch der traditionelle äthiopischen, bei der die Bohnen in einer Eisenpfanne geröstet und dann mit einem Mörser zerstampft werden. Die gemahlenen Bohnen werden dann mit Wasser und etwas Zucker in ein Jabana, einen bauchigen Tonkrug, gefüllt und aufgekocht. Diese Methode des Aufgusses wird in vielen Ländern zur Zubereitung des Kaffees genutzt, wie zum Beispiel in Italien mit der italienischen Mokkakanne.

Die Kaffeemühle

Damit der Kaffee auch in den, im 17. Jahrhundert in ganz Europa etablierten, Kaffeehäusern genossen werden konnte, mussten die Bohnen gemahlen werden. Da das Verkleinern per Mörser zu anstrengend und wenig effizient war, hielt im 16. Jahrhundert die Kaffeemühle in Europa Einzug. Die Bauart der Mühlen variiert je nach Mahlgrad, der erreicht werden soll. Vor der Elektrifizierung wurden die Bohnen noch per Hand gemahlen. Hierzu wurden Kegelmühlen verwendet. Diese hatten ein kegelstumpfförmiges Mahlwerk und waren durch ihre geringe Drehzahl wenig erhitzend und damit aromaschonender im Mahlen.

Unter Kaffeeliebhabern ist das Mahlen von Hand heute noch beliebt, da sich die Korngröße genau festlegen lässt und das Aroma besonders gut erhalten bleibt.

In den letzten Jahren sind aus diesem Grund auch die traditionellen handbetriebenen Kegelmühlen wieder populärer geworden, die nicht nur voll funktionsfähig sind, sondern auch dekorative Eigenschaften haben. Eine preiswerte, voll ausgestattete Kaffeemühle im Nostalgie-Look gibt es z. B. bei Geheimshop. Dazu passend brauchen Sie dann noch ein nostalgisches Kaffeegedeck. In kleineren Online-Shops oder auch auf Flohmärkten finden Sie teilweise eine große Auswahl an alten Porzellantassen und Sammelgedecken.

Kaffeemühlen werden in zwei Kategorien eingeteilt: die Filterkaffeemühlen und die Espressomühlen. Moderne Kaffeemühlen gibt es auch in der elektrischen Ausführung mit Scheiben-, Propeller- oder Kegelmahlwerk. Bei den Scheibenmühlen werden die Bohnen wie bei einem Mahlstein zwischen zwei Scheiben gepresst. Der Mahlgrad lässt sich durch den Abstand der Scheiben festlegen. In der Propellermühle befindet sich ein kleiner Propeller, der die Bohnen zerkleinert und gleichzeitig erhitzt.

Kaffeezubereitung heute

An den Grundprinzip der Kaffeezubereitung hat sich seit der Entstehung des Kaffees nicht viel geändert. Auch heutzutage müssen die Bohnen zermahlen werden. Die Zubereitungsart entscheidet dabei über den Feinheitsgrad. Zum Getränk wird die Kaffeebohne durch das Aufgießen mit heißem Wasser. In der Regel wird der Kaffee nach zwei verschiedenen Methoden zubereitet:

  • Mazeration: Mazeration bedeutet Auslaugen oder Ausweichen. Das Kaffeepulver wird in kochendes Wassers gegeben und muss mindestens fünf Minuten ziehen. So wird zum Beispiel der türkische Mokka zubereitet.
  • Perkolation: Perkolation bedeutet Durchseihen. Das Kaffeepulver wird von (fast) kochendem Wasser durchlaufen. Das Verfahren der Perkolation wird immer bei der Zubereitung von Kaffee in Kaffeevollautomaten angewendet.

Kaffeespezialitäten

In jedem Land gibt es verschiedene Kaffeespezialitäten. Überschneidungen in der Zubereitung sind jedoch die Regel, da die italienische Espressomaschine ab Anfang des 20. Jahrhunderts in die ganze Welt exportiert wurde und so den Espresso zur Grundlage verschiedener lokaler Kaffeespezialitäten machte. Eine Auswahl der landestypischen Spezialitäten:

  • Deutschland:  Milchkaffee (halb Milch, halb Kaffee), Mokka (süßer, schwarzer Kaffee), Pharisäer (schwarzer Kaffee mit Rum, Schlagsahne)
  • Österreich: Almkaffee (Kaffee mit Schlagobers, Obstschnaps und Eidotter), Fiaker (Mokka, viel Zucker und Rum), Konsul (Mokka mit Obers)
  • Frankreich: Café double (starker, schwarzer Kaffee), Canard (schwarzer Kaffee mit Marc de Chamapagne und Zucker)
  • Italien:  Ristretto (Espresso mit wenig Wasser), Latte macchiato (aufgeschäumte warme Milch mit Espresso)
  • Spanien: Café americano (Filterkaffee), Azúcar (Espresso aus, bei der Röstung leicht kandierten, Kaffeebohnen)
  • Japan: Kan kōhī (Dosenkaffee)
  • Nordamerika: Black Eye (zwei Espressi in einem schwarzen Filterkaffee)
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Isabel

Kaffee ist nicht unbedingt ihr Lieblingsgetränk. Dafür ist sie immer für einen Schokotraum zu haben - am besten mit einer Portion "Snow", dem feinen kalten Milchschaum aus der Ultima Duo 2.

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