5. November 2019 4 min. Lesezeit Wissen

Unter dem Begriff „Kakao“ verstehen die meisten Menschen ein leckeres, schokoladiges Heißgetränk. Bevor die fertige Getränkespezialität jedoch soweit ist, muss sie einen langen Weg zurücklegen. Die Kakaopflanze, aus der alle Kakaoprodukte gefertigt werden, wird fast ausschließlich in Mittelamerika, Afrika und Südostasien angebaut.  Doch worum genau handelt es sich bei Kakao und welche Kakaosorten gibt es alles?

Was genau ist eigentlich Kakao?

Kakao beschreibt eine Vielzahl von Dingen. Ganz zu Beginn steht der Kakaobaum. Dieser reift besonders in sonnigen Gebieten und trägt die sogenannten Kakaofrüchte. Sobald diese gereift sind, können sie geöffnet werden. Im Inneren befinden sich das Fruchtfleisch und die Samen. Letzteres kennen wir hierzulande als Kakaobohnen. Zu Beginn sehen die Samen jedoch noch ganz anders aus – eher weich, hell und mit einer weißen Färbung.

Kakaopflanze wird aufgeschnitten

 

Erst die Fermentierung sorgt dafür, dass sich diese in Richtung unserer klassischen braunen Kakaobohnen verwandeln. Während dieses Gärungsvorgangs werden bestimmte Substanzen freigesetzt, die später beim Rösten der Bohnen für den von uns begehrten Schokoladengeschmack sorgen. Danach lassen sich nunmehr vielerlei Produkte wie etwa Kakaogetränke, Schokolade oder auch Kosmetik herstellen.

Wo wird Kakao überall angebaut?

Ähnlich der Kaffeepflanze bedarf auch der Kakaobaum eine ganz besondere Umgebung, um perfekt zu gedeihen und vollends aufzublühen. Am besten eignet sich hierfür die tropische Wärme rund um den Äquator. Mehr als 40 Länder auf der ganzen Welt haben sich mittlerweile dem Anbau von Kakao gewidmet. Insbesondere in Asien, Lateinamerika und Afrika befinden sich zahlreiche Anbaugebiete. Rund 75 Prozent der Gesamternte stammt jedoch aus Südafrika. Zu den Gebieten mit den stärksten Anbauflächen gehören dabei folgende Länder:

  • Peru
  • Elfenbeinküste
  • Indonesien
  • Nigeria
  • Nicaragua
  • Papa-Neuguinea
  • Ghana
  • Brasilien

Der Kakaobaum darf übrigens niemals direkt in der prallen Sonne stehen. Daher werden die Pflanzen auch gern im Schutz des Regenwaldes angebaut oder zusammen mit Mischkulturen wie etwa Kokospalmen oder Zitrusfrüchten gepflanzt, die mit ihren Blättern Schatten über die Kakaobäume werfen.

Diese Kakaosorten gibt es

Unter den Kakaobohnen existieren übrigens vier große Sorten, zwischen denen unterschieden wird:

  • Criollo
  • Trinitario
  • Forastero
  • Arriba

Der Forastero-Kakao gilt gemeinhin als bekannteste Sorte und wird weltweit am meisten angebaut. Aber auch die anderen Kakaos finden sich im Handel wieder und bieten je nach Vorliebe und Geschmack diverse Vorteile. Die Samen des Kakaobaums beinhalten im Übrigen eine Vielzahl an gesunden Inhaltsstoffen. Diese gehen bei der Trocknung (Gärung) und anschließenden Röstung jedoch größtenteils verloren. Vorab sei aber gesagt, dass auch die restlichen Inhaltsstoffe den Kakao noch zum echten Super-Food machen.

Schokolade mit Kakaopulver und Zimt auf Tisch

 

Wie gesund ist Kakao nun?

Wie fast immer heißt es auch beim Kakao „Es kommt darauf an“. So lässt sich Kakao in zwei Kategorien einteilen. Auf der einen Seite liegt der natürliche Kakao, welcher als reines Kakaopulver bis zu 350 Kalorien pro 100 Gramm aufweist. Diese kommen insbesondere durch den im Roh-Kakao enthaltenen Fettanteil zustande. Auf der anderen Seite befindet sich der industriell hergestellte Kakao. Hier kann der Kaloriengehalt stark variieren und hängt davon ab, inwieweit das Pulver entölt und gezuckert wurde. Mit einem Kakaoanteil von zumeist weniger als 25 Prozent und einer hohen Menge Zucker kommt diese Variante nicht selten auf die doppelte Kalorienanzahl als natürlicher Kakao.

Diese Inhaltsstoffe machen Kakao zum Super-Food

Natürlicher Kakao gilt als echtes Super-Food und eine hervorragende Vitalstoffquelle:

  • Magnesium
  • Kalium und
  • Vitamin E

sind hier in Massen vorhanden und versorgen den Körper mit ausreichend Nährstoffen.

Weitere Inhaltsstoffe wie etwa Dopamin, gesunde Fette, Ballaststoffe, Proteine, Zink und Eisen heben unsere gute Laune und stärken unseren Körper. Vorteile von rohem Kakao sind unter anderem auch ein verbessertes Herz-Kreislauf-System, eine reibungslosere Verdauung und ein ausgewogener Cholesterinspiegel.

Eine besonders nährstoffreiche Variante des Kakaos stellen die sogenannten Kakao Nibs dar. Diese schonend gerösteten Splitter werden klassischerweise aus Rohkakao gewonnen und enthalten aufgrund der Röstung unter niedrigen Temperaturen weitaus mehr Nährstoffe als Schokolade. Sie sind eine super Quelle für Kalzium und Magnesium und enthalten zudem wichtige Spurenelemente. Vor allem Veganer freuen sich über diese Art Super-Food und können so ihren Nährstoffhaushalt ausgleichen. Generell gelten die leckeren Splitter als unwiderstehlicher Snack für alle Kakaoliebhaber.

So vielfältig kann Kakao sein!

Wenn es um die Verarbeitung von Kakao geht, dann erweist sich das Nahrungsmittel als echter Allrounder.

Ganz klassisch denken wir natürlich als erstes an Schokolade. Tatsächlich wird rund zweidrittel des Kakaos zu der süßen Leckerei weiterverarbeitet. Dunkle Schokolade beinhaltet einen Kakaoanteil von rund 70 Prozent, milchige hingegen nur 50 Prozent und weiße 30 Prozent. Das restliche drittel des Kakaos findet sich als Kakaopulver in den Regalen der Supermärkte und im Online-Handel wieder. Er kann so zum Beispiel auch zum Backen von Kuchen, Keksen und vielem mehr genutzt werden. Besonders beliebt ist die von Kindern und Erwachsenen bevorzugte Trinkschokolade (heißer Kakao).

Zwei Tassen Kakao mit Stangen Zimt

 

Ein ganz anderes Einsatzgebiet stellt hingegen die Kosmetikbranche dar. Hier werden die aus dem Kakaobaum gewonnenen Fette und die Kakaobutter zu Gesichtsmasken, Lippenbalsam, Lotionen und Cremes weiterverarbeitet. Der Vielfalt des Kakaos sind demnach keine Grenzen gesetzt.

Sind sich Kaffee- und Kakao-Bohnen ähnlich?

Die Anbauweise, die Beschaffenheit der Bohnen und die Weiterverarbeitung sind in großen Teilen identisch. So sehr sich diese jedoch ähneln, so unterscheiden sie sich dennoch maßgeblich beim Geschmack und den Inhaltsstoffen. Darum werden die beiden Produkte auch gern zusammen verwendet. Die Kombination aus leckerem Kaffee und genussvollem Kakao gilt in vielen Ländern als echte Spezialität. So wird unter anderem der “Caffè Mocca” in vielen Cafés und Restaurants angeboten. Er besteht aus Espresso, Kakao und geschäumter Milch.

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Thorsten

"Ein guter Kaffee am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen." So seine Devise. Ab und zu darf es auch ein Schuss Milch in den Kaffee sein - am liebsten als feincremiger Milchschaum wie aus der Crema Duo.

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