5. November 2018 4 min. Lesezeit Wissen

Kaffeesatz zur Pilzzucht

Viele Kaffeetrinker schenken ihm keine Beachtung, andere hingegen sehen ihn nicht als Abfallprodukt, sondern als vielseitiges Hausmittel: den Kaffeesatz. Als Kaffeesatz bezeichnet man den Rest des Kaffeepulvers, der nach dem Aufbrühen im Filter zurückbleibt. Tatsächlich ist das Abfallprodukt beim Genuss eines Kaffees viel zu wertvoll, um es einfach im Müll zu entsorgen. Egal ob als effektives Reinigungsmittel im Haushalt, sanftes Peeling bei der Körperpflege oder natürlicher Dünger im Garten, Kaffeesatz lässt sich vielseitig weiterverwenden. Besondere Beachtung findet er in der Pilzzucht. Aber wie genau verwendet man den Kaffeesatz zum Anbau von Pilzen und warum ist er dafür überhaupt geeignet?

Warum eignet sich Kaffeesatz zur Pilzzucht?

Ausgedienter Kaffeesatz ist ein hervorragender Nährboden für essbare Pilze. Besonders gut eignet sich lang gebrühter Filterkaffee, denn hier sind kaum noch Substanzen vorhanden, die das Pilzwachstum hemmen. Diese Bitterstoffe werden beim langen Brühen herausgeschwemmt. Im Gegensatz dazu ist der Kaffeesatz aus der Espressomaschine nicht für die Pilzzucht geeignet. Er enthält noch zu viele pilzhemmende Bestandteile und verhindert eher das Wachstum. Der Kaffeesatz vom Filterkaffee hingegen ist reich an Stickstoff und somit ein hervorragender Dünger, nicht nur für Pilze.

So gelingt die Pilzzucht

Für die Pilzzucht von essbaren Pilzen benötigt man nicht viel. Lediglich etwas Pilzbrut, einen Blumentopf und Kaffeesatz als Substrat sind erforderlich, um Pilze auch zu Hause zu züchten. Der Kaffeesatz sollte übrigens nicht älter als 2-3 Tage sein, da sich sonst unerwünschte Schimmelpilze bilden können. Zunächst werden die Kaffeeabfälle mit Pilzmyzel versetzt, welches nun als Substrat für die Produktion der Pilze dient. Dieses wird in den Blumentopf gegeben und leicht angerückt. Abschließend kommt eine weitere Schicht Kaffeesatz hinzu. Ist nicht ausreichend Kaffeesatz vorhanden, kann der Topf schichtweise, über mehrere Tage, damit aufgefüllt werden. Noch einfacher geht es übrigens mit einem durchsichtigen Plastiksack, der anschließend leicht verknotet wird, sodass die Luftzirkulation gegeben ist. Dank des durchsichtigen Plastiks ist die Entwicklung der Pilzkultur gut sichtbar.

Der Kaffeesatz sollte übrigens nicht älter als 2-3 Tage sein, da sich sonst unerwünschte Schimmelpilze bilden können.

Beste Bedingungen für die Pilzzucht

Pilze mögen es dunkel und feucht und benötigen eine ausreichende Luftzirkulation. Die Umgebung sollte sauber sein, da sich sonst schnell unerwünschte Pilzarten ansiedeln. Nach etwa 14-28 Tagen ist das Substrat mit dem Pilzmyzel durchwachsen. In der Tüte ist der Kaffeesatz weiß geworden. Nun kann der Plastikbeutel geöffnet werden, um die Pilze zu bewässern. Nach wenigen Tagen sprießen die ersten Fruchtkörper. Sobald diese groß genug sind, können die Pilze geerntet werden. Solange Nährstoffe vorhanden sind, wachsen bei Bewässerung übrigens weitere Pilze.

Mit Kaffeesatz zur dauerhaften Pilzzucht

Sobald die Nährstoffe des Substrats aufgebraucht sind, wachsen nur noch kleine Fruchtkörper. Dann ist es an der Zeit ein neues Substrat aus Kaffeesatz herzustellen. Das alte Pilzsubstrat lässt sich dabei als neue Pilzbrut verwenden. So ist es theoretisch möglich, immer wieder neue Pilze zu züchten, ohne neues Material zu kaufen. Etwas Fachwissen und Geduld schaden aber sicherlich nicht, um wirklich genießbare Pilze zu züchten. Mit einer leckeren Tasse Kaffee aus einem Kaffeevollautomaten von Kaffee Partner lässt sich die Phase des Abwartens während der Pilzzucht auf jeden Fall versüßen.

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Thorsten

"Ein guter Kaffee am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen." So seine Devise. Ab und zu darf es auch ein Schuss Milch in den Kaffee sein - am liebsten als feincremiger Milchschaum wie aus der Crema Duo.

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