Der gewählte Mahlgrad entscheidet maßgeblich über den Geschmack unseres Kaffees. Hier zeigen wir Ihnen, was es damit auf sich hat.

Ein aromatischer Kaffee kann seinen vollen Geschmack nur bei einer optimalen Mahlung und einer passenden Dosierung entfalten. Der richtige Mahlgrad unterscheidet sich je nach Zubereitungsmethode und Kaffeesorte. Wenn Sie einen genussvollen Kaffee zubereiten möchten, sollten Sie also einige Tipps beachten. Bei einer falschen Dosierung oder Mahlung entfalten sich weniger Aromen und die Qualität des Kaffees sind signifikant ab. Die Kunst der richtigen Zubereitung ist dabei gar nicht so schwer zu erlernen. Nachfolgend geben wir Ihnen einige hilfreiche Tipps für eine perfekte Mahlung an die Hand.

Um den richtigen Mahlgrad wählen zu können, müssen Sie erst einmal verstehen, was es mit der Mahlung überhaupt auf sich hat. Hierzu schauen wir uns die Kaffeezubereitung etwas genauer an. Mit dem Mahlgrad kann maßgeblich der Prozess der Extraktion beeinflusst werden. Während diesem wird Wasser mit einer bestimmten Durchlaufgeschwindigkeit durch das jeweilige Kaffeemehl gegossen. Je nach Durchlässigkeit des Mehls werden dabei mehr oder weniger Aromen entfalten und in den Kaffee entlassen. Wählen Sie ein feines Kaffeemehl, so bildet sich eine größere Oberfläche, welche den Wasserfluss stärker behindert. Die Extraktionszeit wird somit verlängert und es können mehr Aromen herausgefiltert werden. Bei grobem Kaffeemehl fließt das Wasser viel schneller durch das Mehl und die Extraktionszeit wird verkürzt. Hierbei lösen sich weniger Aromen und der Geschmack verliert an Intensivität und der Kaffee wird zudem wässrig. Der Mahlgrad sollte je nach gewünschtem Geschmack und gewählter Kaffeesorte individuell angepasst werden. Ein zu feines Mehl kann übrigens zur Überextraktion führen, womit ein bitterer und unangenehmer Geschmack entstehen würde. Der Mahlgrad ist also entscheidend für den optimalen Kaffeegenuss.

Kaffeemühle mit Kaffeebohnen

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Generell gilt, dass maximal 30% der Inhaltsstoffe einer gemahlenen Kaffeebohne extrahiert werden können. Bei solch einer starken Extraktion wird jedoch ein sehr intensiver Geschmack erreicht. Die Bitterstoffe der extrahierten Bohnen sind dabei so ausgeprägt, dass kaum noch von einem genussvollen Kaffee gesprochen werden kann. Die Speciality Coffee Association of Europe, kurz SCAE, setzt den Maßstab der perfekten Extraktion bei ca. 18-22 % an. So lösen sich alle wesentlichen Aromen auf und der Kaffee bekommt seinen typisch aromatischen Geschmack. Sollten Sie Ihren Kaffee etwas stärker oder schwächer mögen, so können Sie selbstverständlich einen anderen Mahlgrad wählen. Stehen Aromen und die Stärke in einem perfekten Verhältnis zueinander, so haben sich alle Inhaltsstoffe optimal aufgelöst. Die Empfehlung der SCAE beruht im Übrigen auf einer 50 Jahre alten amerikanischen Studie. Erfahrungsgemäß hat sich aber auch heutzutage die Extraktion bei den meisten Kaffees bei diesen Werten eingependelt, sodass die Studie eine rechte gute Grundlage liefert.

Die Überextraktion kommt laut der SCAE Studie ab 22% zustande. Ab diesem Zeitpunkt stechen keinerlei feine Nuancen mehr hervor und der bittere, unangenehme Geschmack überlagert die individuellen Geschmackrichtungen der verschiedenen Kaffeesorten. Auch die Farbe des Kaffees ändert sich zu einem unverhältnismäßig dunklen Ton. Während der Mahlung eines Kaffees beeinflusst die Extraktion also den letztendlichen Geschmack und die Intensität. Ein Espresso weist hierbei beispielsweise eine äußerst dunkle Crema auf und schmeckt mitunter sogar ein wenig verbrannt. Kennzeichnend für eine Unterextraktion sind hingegen helle und dünnflüssige Kaffes. Diese verfügen über recht wenige Inhaltsstoffe der Kaffeebohne. Laut SCAE-Definition kommt dies bei Extraktionen unter 18% zustande. Auch die Crema des betreffenden Kaffees ist hell und dünn. Bei sehr geringen Extraktionswerten kann diese sogar ganz ausbleiben und nur wässriges Kaffeewasser zurückbleiben. Bei der Wahl Ihres Mahlgrades sollten Sie also zwischen 18-22 % liegen. Experimentieren hilft zudem die richtige Mahlung zu finden und so einen individuellen Kaffeegeschmack zu kreieren.

Mahlgrad nach Brühmethoden

Bei der Zubereitung von Kaffee kann auf verschiedene Methoden zurückgegriffen werden. Für die Mahlung können Sie eine Portionsmühle, eine Kaffeemühle oder auch komplett selbstarbeitende Kaffeemaschinen nutzen. Der Mahlgrad muss bei jeder Mühle individuell angepasst werden. Von „Fein“ bis „Grob“ bietet jede Brühmethode ihre eigenen Raster und muss oftmals durch mehrfaches Probieren erprobt werden. Besonders wichtig erscheint hierbei der Zusammenhang zwischen dem Mahlgrad und der Kontaktzeit von dem heißen Wasser mit dem Kaffeemehl. Ein optimaler Espresso benötigt beispielsweise 25 Sekunden für die Zubereitung – eine Tasse Filterkaffee schlägt hingegen mit knapp zwei Minuten zugute. Bereiten Sie Ihren Kaffee in einer French Press zu, so kann die Ziehzeit sogar 4 Minuten betragen. Allgemein kann jedoch gesagt werden, dass je kürzer die Kontaktzeit ausfällt, desto feiner sollte der Mahlgrad sein.

Schauen wir uns die einzelnen Brühmethoden an, so empfiehlt sich ein individueller Mahlgrad für jede Kaffeezubereitung. Die French Press verlangt beispielsweise eine grobe Mahlung – wenn nicht sogar grobkörnige Krümel. Filterkaffee und Handkaffee setzen auf Kaffeemühlen mit einem mittleren Mahlgrad. Hierbei können Sie die gewünschte Konsistenz mit der von Zucker vergleichen. Schauen wir uns Espressomaschinen, Siebträger und Espressokocher an, so eignet sich ein feiner Mahlgrad. Aber auch hier sollte die Mahlung nicht allzu fein vorgenommen werden. Das Wasser darf nicht zu schnell und nicht zu langsam durch das Kaffeemehl laufen – es sollte sich allerdings ein guter Druck aufbauen, sodass eine optimale Durchlaufgeschwindigkeit erreicht wird. Auch hier gilt es wieder sich am Probieren zu versuchen. Mit der Zeit findet jeder den richtigen Mahlgrad für seinen Kaffee. Zudem stellt die Wahl zwischen Hand- oder Elektromühle einen wichtigen Faktor dar. Handmühlen bieten mehr Einfluss auf den Mahlgrad, sind aber schwerer zu bedienen. Moderne Elektromühlen warten mit einem großen Funktionsumfang auf und können gleichmäßiger mahlen.

Neben dem Mahlgrad spielt auch die Dosierung eine wichtige Rolle. Sie sollten für eine bestimmte Menge an Kaffeemehl demnach auch immer entsprechend viel Wasser nutzen. Ebenfalls muss die Temperatur des Wassers im Auge behalten werden. Nur bei einer optimalen Dosierung und Temperatur lösen sich alle Inhaltsstoffe wie gewünscht auf. Eine erfolgreiche Mahlung ist also doch etwas kompliziert als gedacht. Bei Einhaltung einiger weniger Regeln können Sie jedoch stets den perfekten Kaffee genießen.

Individueller Kaffeegeschmack

Der Mahlgrad von Kaffee bestimmt nicht allein darüber, wie der Kaffee nachher schmeckt. Natürlich spielen auch Faktoren wie die Wahl der Kaffeebohne und der Brühmethode sowie die Dosierung eine entscheidende Rolle. Die Mahlung hängt zudem von der Feuchtigkeit und der Frische des Kaffees ab – hier sollten Sie den Mahlgrad immer anpassen. Der individuelle Kaffeegeschmack nimmt seinen Ursprung also schon bei der Kaffeebohne selbst. Mit einer entsprechenden Zubereitung können Sie immer individuellere Nuancen mit einbringen und sich so Ihren persönlichen Lieblingskaffee zusammenstellen.

Ob Portionsmühle, Kaffeemühle oder sonstige Zubereitungsart, der Mahlgrad wird durch individuelle Vorgaben und persönlichen Geschmack definiert. Wo vielen Menschen starker Kaffee gut schmeckt, da setzen andere auf leichte Nuancen und eine geringe Geschmacksintensität. Entscheiden Sie sich für einen Mahlgrad, der zu Ihren Vorlieben passt oder probieren Sie einfach verschiedene Mahlungen aus.

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