Wirtschaftsfaktor Kaffee: Das Exportgut schlechthin

Kaffee hat sich im Laufe der Jahre zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Jährlich werden rund 148 Millionen Säcke Kaffeebohnen produziert (Stand 2016). Jeder Sack wiegt dabei ganze 60 Kilogramm. Der Anbau findet vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern nahe des Äquators statt. Kaffee gilt dabei als wahrer Exportschlager und wird nur noch von der Erdölproduktion übertroffen. Die größten Kaffeeproduzenten stellen Brasilien, Vietnam, Indonesien, Kolumbien und Äthiopien dar. Letzteres ist übrigens das Ursprungsland des Kaffees.

Kaffee im weltweiten Handel

Kaffee erfreut sich einer weltweiten Beliebtheit und wird demnach auch in allen möglichen Ländern stark gehandelt. Ganz weit vorne stehen Deutschland, die USA und Brasilien. Allein in der Bundesrepublik werden jedes Jahr mehr als eine halbe Millionen Tonnen Kaffee verkauft. Damit kommt der einzelne Bürger jährlich auf 6,4 Kilogramm Kaffeebohnen, was einem Konsum von rund 150 Litern Kaffee entspricht. Das Getränk wird gerne in den verschiedensten Variationen zu sich genommen. Neben dem klassisch schwarzen Kaffee sind vor allem Cappuccinos, Latte Macchiatos und allerlei Milchkaffees sehr beliebt. Auch wenn der Handel mit Kaffee immer wieder kleine Umsatzeinbrüche erlebt hat, so ist über die Jahre hinweg doch ein stetiges Exportwachstum sichtbar. Weltweit wird also immer mehr von dem genussvollen Heißgetränk getrunken.

Der steigende Wirtschaftsfaktor Kaffee bringt allerdings nicht nur gute Nachrichten mit sich. Die Herstellung und die Zustände in den Anbauländern werfen oftmals ein schlechtes Licht auf das uns so liebgewonnene Getränk. Auch wenn der Trend immer mehr zu Bio-Kaffee und Fair Trade geht, so macht dieser Teil doch nur knapp 1,5 Prozent des Anbaus aus. Für normalen Kaffee als auch Bio-Kaffee werden zudem etwa 140 Liter Wasser verbraucht. Dies schließt den gesamten Herstellungsprozess ein – vom Anbau, über die Röstung und Verschiffung bis hin zur letztendlichen Zubereitung. Um die immense Nachfrage nach Kaffee decken zu können, entscheiden sich immer mehr Kaffeebauern für Monokulturen. So werden in den Anbaugebieten beispielsweise große Flächen gerodet, um dort massenhaft Robusta Kaffee anbauen zu können. Dies schadet nicht nur den Kleinbauern, welche dadurch in den Preiskampf mit großen Produzenten gelangen, sondern nimmt auch großen Einfluss auf die Artenvielfalt. Die dort heimischen Tiere finden keine Plätze mehr zum Nisten und müssen sich auf eingeengtem Lebensraum bewegen.

 

Schild Coffee an Hauswand

Fair Trade gegen wirtschaftliche Unsicherheit

Fair Trade wird zu einem immer wichtigeren Thema in unserer Gesellschaft. Vor allem in Deutschland werben Cafés vermehrt mit fairem Handel und sprechen so das Bewusstsein der Menschen für wirtschaftliche Fairness an. Fair Trade unterstützt kleine Kaffeebauern, schützt vor Ausbeutung und ungerechter Plantagenarbeit, kontrolliert den gesamten Handelsweg und setzt Maßstäbe für fairen Handel fest. Fair Trade Kaffee als auch Bio-Kaffee haben natürlich ihren Preis – dieser wird jedoch immer öfters gerne gezahlt. Da der Wirtschaftsfaktor Kaffee vor allem in armen Ländern, die Kaffee produzieren und exportieren, eine wichtige Rolle spielt, ist Fair Trade in diesem Zusammenhang äußerst wichtig.

Für Kaffeebauern steigt die wirtschaftliche Unsicherheit mit jedem Tag weiter an. Große Plantagen, die jährlich Millionen Tonnen von Kaffee produzieren, dominieren das Kaffeegeschäft und lassen kaum Freiraum für die Koexistenz der Kleinbauern. Stark schwankende Preise, eine abwechselnd sinkende und steigende Nachfrage sowie ein hoher Handelsdruck erschweren das Erreichen einer Erfolgsquote. Selbstständige Kleinbauern kommen kaum noch gegen große Produzenten an und können in Zukunft nur noch auf die Fair Trade Initiativen der Verbraucher hoffen. Weltweit haben sich hierfür zahlreiche Organisationen zusammengeschlossen, welche auch große Handelsketten in sich zusammenfassen, um so das Kaffeegeschäft besser regulieren zu können.

Kaffee als Wirtschaftsfaktor und Existenzgrundlage

Schwellen- und Entwicklungsländer wie Äthiopien, Brasilien und Kolumbien bauen mit dem Kaffee auf ein starkes Bruttoinlandsprodukt. Ohne diesen Wirtschaftsfaktor würde es schnell zu starken finanziellen Krisen kommen. Mehr als 25 Millionen Menschen arbeiten weltweit in der Kaffeeindustrie. Rechnet man deren Familienangehörige mit dazu, so bildet der Kaffee für ca. 100 Millionen Menschen die Existenzgrundlage. Der Wirtschaftsfaktor Kaffee stellt also ein wichtiges Standbein für Länder in der ganzen Welt dar – leider bringt der Kaffee neben seinem tollen und genussvollen Geschmack auch viele Probleme mit sich. Mit Hilfe von Fair Trade wurde jedoch schon eine gute Basis für eine positive Änderung geebnet.

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