Heißes Wasser frisch aufgegossen für Filterkaffee

Das Wichtigste für einen perfekten Filterkaffee:

  1. Mahlgrad: Mittel
  2. Dosierung: 60 g Kaffeemehl auf 1 Liter Wasser. Pro Tasse (200 ml) sind es 12 g Kaffeepulver.
  3. Temperatur: Zwischen 86 und 96 Grad
  4. Ziehzeit: Je nach Methode 3 bis 4 Minuten
  5. Am besten gebleichte Papierfilter nutzen

 

Wieso „Comeback” des Filterkaffees?

Im Laufe der Jahre wandelte sich das Kaffeetrinken nach und nach vom Kaffeegenuss zu einem Ausdruck von Lifestyle. Namhafte Unternehmen wie Nespresso oder Starbucks sprangen auf den Zug auf, verkauften ihre Produkte als „Must have” für jeden, der etwas auf sich hält. Die Ketten überboten sich mit zahlreichen Variationen von Pumpkin Spice Latte, Frappuccino oder Cappuccino mit Sirup – ausgefallen und schnell zubereitet.

Doch mit der Zeit schlich sich, wenn zunächst auch langsam, der altbewährte, frisch aufgebrühte Kaffee zurück in die Gunst der Kaffeetrinker. Man könnte sagen:

Den Menschen war wieder mehr nach etwas Bodenständigem statt extravagantem Schnickschnack.

Angefangen in den Cafés der Großstädte wuchs die Nachfrage bald auch im Privaten, sodass der Filterkaffee wieder zunehmend den Weg in die Tassen oder Becher dieser Welt fand. Und das zeigt sich auch in den Zahlen:

  • Seit dem Jahr 2013 steigt der Konsum von Filterkaffee immer weiter an.
  • Laut einer Umfrage war im Jahre 2013 Filterkaffee mit etwa 61 Prozent die beliebteste Zubereitungsart unter der deutschen Bevölkerung, 2017 waren es bereits fast 72 Prozent.
  • Demnach ist die „Mutter aller Kaffees“ bei den deutschen Kaffeetrinkern die klare Nummer eins.

Der Filterkaffee als Kult

Immer mehr wandelte sich der Filterkaffee in den vergangenen Jahren zum Trendgetränk. Es geht dabei nicht mehr nur um den Geschmack, sondern wie bei Whiskey oder Schokolade auch hier um neue Fragestellungen: Wie sind die Arbeitsbedingungen in den Ländern, in denen der Kaffee angebaut wird? Sind der Anbau und die Ernte umweltfreundlich? Der schlechte Ruf des Filterkaffees wurde beiseite geschoben, die Zubereitungsarten neu entdeckt. Eine einzige Kaffeebohne hat über 800 Aromen. Das macht sie beim Filterkaffee so spannend, denn hier kommt es darauf an, die richtigen Aromen aus der Bohne zu holen und das Röstungsprofil der Bohne anzupassen. Denn anders als beim Latte macchiato oder Cappuccino wird hier das Getränk nicht von Milch überdeckt, sodass die besonderen Aromen besser zur Geltung kommen können.

Auf einen Blick: Die Vorteile des Filterkaffees

Auch wenn der Filterkaffee lange Zeit als unmoderner und schlechter Kaffee empfunden wurde, die Zubereitungsart hat sich kontinuierlich weiterentwickelt und dem „neuen“ Filterkaffee so zur Renaissance verholfen. Vergessen ist das veraltete, piefige Vorurteil vom Filterkaffee. Jetzt schmeckt er besser denn je – und verkörpert als vergleichsweise nachhaltige Herstellungsart auch Zeitgeist:

  • Größere Bodenöffnung im Filterhalter: Der Kaffee läuft gleichmäßiger durch und unerwünschte Bitterstoffe sowie Sedimente bleiben draußen. Der Geschmack des Kaffees wird so nicht getrübt. Einige Filter haben zudem spiralförmige Rippen in ihrer Innenwand. Die Rippen sind dazu da, dass das Filterpapier nicht am Filter klebt, der fertige Kaffee schön ablaufen kann und sich nicht staut.
  • Geschmacksneutrales Filterpapier: Feinporige und geschmacksneutrale Filtertüten geben dem Kaffee einen authentischen, klaren Geschmack. Wem der Kaffee zu mild schmeckt, der kann auf Baumwollfilter zurückgreifen. Durch diese gelangen mehr Öle in den Kaffee und die Intensität des Aromas nimmt zu.
  • Umweltfreundlich: Die Umwelt profitiert sehr davon, dass der Filterkaffee wieder auf dem Vormarsch ist. Pad- oder Kapselmaschinen sind zwar schneller als eine Filtermaschine, hinterlassen aber viel Abfall. Denn für jedes neue Kaffeegetränk wird eine weitere Kapsel benötigt. Und eine Kapsel besteht zu zwei Dritteln aus Kaffee sowie zu einem Drittel aus Verpackungsmaterial. Außerdem sind die Kapseln auf Dauer ein großer Kostenfaktor.
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Das ist bei einem Filterkaffee zu beachten

  • Die Kaffeebohnen: Für den Filterkaffee ist es wichtig, dass die Kaffeebohnen schonend langsam und lediglich bei niedriger Hitze geröstet werden. Das verhindert einen bitteren Geschmack, da die Bohne nicht verbrennt. Klassischerweise wird die Arabica-Bohne verwendet, da diese sich, wie auch die Canephora-Bohne, sehr gut rösten lässt. Natürlich können für einen Filterkaffee auch koffeinfreie Bohnen verwendet werden.
  • Der Mahlgrad: Für den Filterkaffee werden die Bohnen am besten frisch gemahlen. Um vorgefertigtes Kaffeepulver sollte ein großer Bogen gemacht werden. Je länger die Röstung und Mahlung zurückliegen, desto mehr Aromen verliert das Kaffeemehl aufgrund von Oxidation. Demnach sollte die Mahlung so frisch wie möglich sein. Ein mittlerer Mahlgrad der Bohne ist dabei ideal geeignet. Dem Trend nach müssen die Bohnen hell geröstet sein. Mit einer dunklen Röstung werden mehr Säuren abgebaut und der Kaffee erhält mehr bittere Noten. Die helleren Bohnen hingegen betonen die fruchtigen Säuren.
  • Das Wasser: Wie bereits bei den Zutaten beschrieben, sollte das Wasser im Idealfall 86 bis 96 Grad heiß sein. Bei dieser Temperatur verbinden sich nämlich die Öle der Kaffeebohne am besten.

Welche Möglichkeiten gibt es, Filterkaffee zuzubereiten?

  • Filterkaffee aus der Kaffeemaschine: Die typische, herkömmliche Kaffeemaschine hat wahrscheinlich jeder schon einmal zuhause gehabt. Das Prinzip ist einfach und gelernt: Papierfilter knicken, in die Halterung einsetzen, gewünschte Menge Kaffeepulver reingeben, passende Wassermenge einfüllen, ein Knopfdruck und los geht’s.
  • Handfilterkaffee: Etwas aufwändiger als die Zubereitung in der Kaffeemaschine ist die Handfilter-Methode. Hier bedarf es mehrerer Schritte, um das perfekte Kaffeeerlebnis zu kreieren. Aber es ist die ursprünglichste Art des Kaffeemachens.
  • Chemex: Die Chemex ist ein nicht ganz so bekanntes Gerät, um Filterkaffee zuzubereiten. Sie ist eine Filterkaffeemaschine aus Glas, die von einem Deutschen Chemiker erfunden wurde. Bei der Zubereitung wird besonders dickes Filterpapier verwendet, wodurch ein sehr reiner Kaffee entsteht.
  • Moccamaster: Der Moccamaster ist mit einer gewöhnlichen Kaffeemaschine vergleichbar. Allerdings hat sie weitaus mehr technische Feinheiten, wodurch laut seinem niederländischen Erfinder das perfekte Kaffeeerlebnis entstehen soll.
  • Karlsbader Kanne: In der aus Porzellan gefertigten Karlsbader Kanne können Sie den Kaffee mit einen Aufsatz sowohl zubereiten als auch anschließend direkt servieren. Der Kaffee wird als sehr rein und aromatisch beschrieben, was daran liegt, dass kein Filterpapier sondern ein Porzellanfilter verwendet wird. Dieser lässt sämtliche Aromen im Kaffee.
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Thorsten

"Ein guter Kaffee am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen." So seine Devise. Ab und zu darf es auch ein Schuss Milch in den Kaffee sein - am liebsten als feincremiger Milchschaum wie aus der Crema Duo.