Zubereitung15. Juni 20226 Min. Lesezeit

Der richtige Tamper für einen perfekten Espresso: Darauf sollten Sie achten

Wir erklären Ihnen, was ein Tamper überhaupt ist, welche Modelle besonders geeignet sind und was Sie beim „Tampern“ beachten müssen.

Kaffeemehl getampert im Sieb

Das Wichtigste über den Tamper:

  1. Ist ein Zubehör zur Siebträgermaschine.
  2. Tampern ist wichtig, damit das Wasser gleichmäßig durch das Brühsieb gepresst werden kann. So kann der Espresso mehr Geschmack aufnehmen.
  3. Hochwertige Tamper bestehen aus Aluminium oder Edelstahl.
  4. Ein qualitativ brauchbarer Tamper kostet etwa 20 Euro im Fachhandel, stationär oder online.
  5. Ein Anpressdruck von 15 Kilogramm gilt als Richtwert für einen guten Espresso.
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Was ist ein Tamper?

Ein Tamper ist eine Art Stempel, mit dessen Hilfe Sie das Kaffeemehl im Brühsieb einer Siebträgermaschine gleichmäßig festdrücken. Einen Tamper benötigen Sie also bei der Zubereitung eines Espressos mit einem Siebträger. Das Brühsieb dient wie eine Art Kaffeefilter, ist aber aus Metall. Befindet sich das Kaffeemehl im Sieb, wird mit Hilfe des Tampers Druck auf den Kaffee ausgeübt, was diesen zusammenpresst und somit Luft rausdrückt. Es entsteht der sogenannte Kaffeepuck.

Die Wortherkunft verrät bereits einiges über die Funktion des Tampers. Der Begriff leitet sich vom englischen Verb „to tamp“ ab, das auf Deutsch „stampfen“ bedeutet. Für einen Siebträger benutzen Sie in der Regel einen Handtamper, am besten aus Metall. Da dieser durch das Gewicht gut in der Hand liegt und besser Druck ausgeübt werden kann. Kaffeevollautomaten sind bereits von vornherein mit einem fest eingebauten Tamper ausgestattet. Das „Tampern“ läuft hier also vollautomatisch ab.

Handtamper erinnern optisch an alte Poststempel und sind inzwischen in zahlreichen optischen Varianten zu haben.

Ein Kaffeestempel auf einem Tisch

Warum braucht man einen Tamper?

Mit dem Tamper wird das Kaffeemehl im Sieb zu einem festen, glatten Kaffeepuck verdichtet. Um einen geschmackvollen Kaffee zu bekommen, sollte der Andruck des Tampers so sorgfältig, wie möglich vorgenommen werden. 

Warum das so ist, ist einfach erklärt: Mit dem Tamper pressen Sie das Kaffeemehl so zusammen, dass überall im Sieb eine annähernd gleiche Dichte herrscht. Dadurch wird der Kaffee gleichmäßig gefiltert und kann aufgrund der längeren Filtrationsphase mehr Geschmack aufnehmen. Durch die gleichmäßige Dichte vermeiden sie zudem das „Channeling“. Hierbei sucht sich das Wasser den Weg mit dem geringsten Widerstand im Kaffeemehl und fließt relativ einfach hindurch. Ohne den Einsatz des Tampers würden Aromen, Fette und Öle also nicht richtig extrahiert werden. Das Ergebnis wäre ein wässriger und bitterer Kaffee ohne viel Aroma.

Der Tamper ist also für ein gutes Espresso-Ergebnis essentiell.

Wie benutzt man einen Tamper richtig?

Bevor Sie tampern, müssen Sie das Kaffeemehl gleichmäßig im Sieb verteilen. Dieser Vorgang wird auch „leveln“ genannt. Die richtige Methode ist dabei in der Kaffeeszene umstritten. Weitestgehend durchgesetzt haben sich das sogenannte „Knocking“ und das „Tapping“. Dadurch wird das Kaffeepulver besser verteilt. So geht’s:

Knocking

Beim „Knocking“ klopfen Sie den Siebträger vorsichtig auf eine harte Unterfläche, beispielsweise einen Tisch, eine Küchenplatte oder eine Theke. Profis legen dazu eine sogenannte Tampermatte unter den Träger. Durch das klopfen verteilt sich das Kaffeemehl besser im Sieb. Allerdings ist diese Methode umstritten, da Sie mit dem Klopfen das Kaffeemehl bereits ein wenig verdichten.

Tapping

Beliebt ist auch die Tapping-Methode. Hierbei klopfen Sie mit dem Finger vorsichtig gegen das Sieb, um das Kaffeepulver zu verteilen. Es ist auch eine Kombination aus beiden Methoden möglich.

Weniger ist mehr

Für eine gelungene Zubereitung ist beim Tampern der richtige Druck wichtig. Im Zweifel gilt: Weniger ist mehr. Im Prinzip soll das Kaffeemehl vor allem gleichmäßig angedrückt werden, damit keine unterschiedlichen Dichten entstehen. Bei zu viel Druck wird das Brühwasser möglicherweise blockiert und läuft gar nicht durch den Siebträger. Man kann sich das wie eine Art Staudamm vorstellen.

So gehen die einzelnen Schritte für ein korrektes Tampen

Geben Sie das Kaffeepulver in das Brühsieb („Leveln“): Klopfen Sie vorsichtig mit dem Finger gegen das Sieb („Tapping“) oder das Sieb senkrecht auf eine feste Unterlage („Knocking“). Setzen Sie den Tamper zunächst leicht auf. Drehen Sie den Tamper mit leichtem Andruck, damit sich das Kaffeepulver gleichmäßiger verteilt. Nun drücken Sie den Tamper vorsichtig an, bis Sie einen stärkeren Widerstand spüren.

Tipp: Sollten Sie feststellen, dass der Kaffeepuck ungerade ist oder sich Pulverreste am Siebrand befinden, leveln und tampern Sie nicht nach. Dadurch kann sich der Puck wieder lockern und Luft an das Kaffeemehl gelangen. Im Zweifel starten Sie den Prozess lieber noch einmal von vorne.

Die meisten Experten und Baristas sind sich einig, dass ein Anpressdruck von 15 Kilogramm ideal für einen geschmackvollen Espresso sei. Wie viel Druck Sie ausüben müssen, ist ohne Hilfsmittel allerdings sehr schwierig herauszufinden. Inzwischen gibt es technisch weiter entwickelte Tamper, die dabei helfen, genau dieses Gewicht herauszufinden.

Am Ende sind die 15 Kilogramm vor allem als Pi mal Daumen-Richtwert zu verstehen.

Wichtiger als der Anpressdruck ist vor allem, dass Sie gleichmäßig andrücken.

Und es ist auch ein wenig Geschmackssache und Sie benötigen vermutlich drei bis vier Versuche, bis Sie Ihren persönlichen Geschmack und Anpressdruck getroffen haben. In der Barista-Szene gilt es sogar als eine Art Kunst, die richtige Anpressstärke zu finden. 

Welche verschiedenen Tamper-Modelle gibt es?

Klassischer Hand-Tamper aus Kunststoff:

In den meisten Fällen wird mit den Siebträger-Geräten schon ein Kunststoff-Tamper mitgeliefert. Alternativ bekommen Sie diese mitunter auch im Drogerie-Markt. Die Qualität der einfachen Tamper ist jedoch minderwertig und sie sind zu leicht. Selbst wenn Sie fest anpressen, bekommen Sie damit keine glatte Oberfläche hin, da immer wieder Kaffeereste an der Kunststofffläche hängen bleiben werden. Für ein sorgfältiges Tampern benötigen Sie daher einen hochwertigeres Modell.

Handtamper aus Metall:

Wichtig ist, dass der Tamper eine glatte Oberfläche hat, damit sich das Kaffeepulver gut verteilen lässt. Sie sollten also auch als Einsteiger einen Tamper nutzen, der eine Unterfläche aus Aluminium oder Edelstahl besitzt. Ob der Griff aus Holz oder Edelstahl besteht, ist Geschmackssache. Viele Baristas sind der Meinung, dass ein Holzgriff besser in der Hand liegt.

Grifflose Tamper:

Sind deutlich kleiner als Handtamper mit Griff. Grifflose Tamper können häufig in der Höhe angepasst werden, umso bei gleichbleibender Kaffeemenge immer den gleichen Anpressdruck herzustellen. Durch Tamper ohne Griff wird auch das Verletzungsrisiko gemindert, da Sie deutlich natürlicher drücken können.

Druckregulierender Tamper mit Feder:

Die Erweiterung eines einfachen Handtampers. Optisch ähneln sich die beiden Modelle, jedoch ist die Feder ein entscheidendes Upgrade, um einen konstanten Druck auf das Kaffeemühl auszuüben.

Druckregulierende Tamper mit LED:

Wer es ganz genau haben möchte, kann sich einen dynamometrischen, druckregulierenden Tamper besorgen. Auch diese Tamper haben eine integrierte Feder, die nur dann reagiert, wenn der optimale Druck ausgeübt wird. Einige besitzen sogar einen kleinen Sensor und eine LED-Anzeige, die aufleuchtet, sobald der optimale Druck ausgeübt wird. Damit umgehen Sie in jedem Fall das Problem, dass das Kaffeepulver zu fest angedrückt wird.

Hebeltamper-Station:

Ein erheblichen Mehrwert an Bequemlichkeit bietet eine Tamperstation mit Hebelfunktion. Sie legen das Brühsieb mit dem Kaffee in die Station ein. Anschließend drücken Sie einen Hebel nach unten, womit eine Mechanik ausgelöst wird, die den Kaffee gleichmäßig und konstant verpresst. Nachdem Tampern federt der Stempel automatisch wieder zurück. Der ganze Prozess wird dadurch kinderleicht.

Automatische Tamperstation:

Ähnlich wie bei einem Hebeltamper legen Sie das mit Kaffee gefüllte Brühsieb ein. Während Sie bei einer mechanischen Station noch den Hebel selbst umlegen müssen, funktioniert das Tampern hier auf Knopfdruck vollautomatisch. Bei hochwertigen Automatik-Stationen können Sie den gewünschten Anpressdruck vorher einstellen.

Direktmahlmühlen:

Bei elektrischen Direktmahlmühlen wird mit dem Kaffeemahlen ein weiterer Schritt in der Kaffeezubereitung miteingeschlossen. Sie geben die Kaffeebohnen in einen Trichter. Das Kaffeemehl wird direkt in das Kaffeesieb gemahlen. Dadurch geht kein Aroma im Dosierbehälter verloren. Hochwertige Direktmahlmühlen besitzen einen integrierten Tamper. Auch hier sollten Sie auf die Beschaffenheit der Unterfläche achten. Mit der Direktmahlmaschine können Sie alle Vorbereitungsschritte vor dem Brühvorgang mit einer Maschine erledigen.

Leveler:

Auch Leveler genannt. Optisch ist ein Leveller deutlich kleiner und ähnelt an die Form eines Eishockey-Pucks. Leveler sind keine Tamper, sondern sorgen in erster Linie für eine glatte und gerade Oberfläche, bevor der eigentliche Tamper zum Einsatz kommt.

Barista benutzt einen Leveler beim Tamper

Wo kann ich Tamper kaufen?

Handtamper und technisch ausgefeiltere Versionen mit Feder oder Sensor erhalten Sie im Kaffeefachhandel, stationär oder online. Gleiches gilt für die größeren Tamper-Stationen.

Beim Kauf eines Tampers müssen Sie zunächst bedenken, wie häufig Sie diesen einsetzen. Reicht Ihnen ein einfacher Tamper für den täglichen Gebrauch? Oder sind Sie schon auf dem Weg zum Hobby- oder gar Profi-Barista und möchten Sie Ihr Kaffee-Ergebnis weiter perfektionieren? Gute Tamper aus Metall bekommen Sie schon ab 20 Euro, während vollelektrische Maschinen bei rund 700 Euro starten. Nach oben hin sind preislich keine Grenzen gesetzt.

Fazit: Worauf muss ich beim Kauf eines Tampers achten?

  • Material:
    In jedem Fall ist die Unterfläche des Tampers von entscheidender Bedeutung. Diese sollte aus Aluminium oder Edelstahl sein, um eine gleichmäßige Verdichtung zu garantieren.
  • Gewicht:
    Zwar spielt beim Tampern ihr Anpressdruck die entscheidende Rolle. Wichtig ist dennoch ein Tamper-Gewicht, dass Sie als angenehm empfinden. Bedenken Sie auch: Je schwerer der Tamper, desto größer ist die Verletzungsgefahr.  
  • Griff:
    Entscheidend ist auch hier, dass der Tamper gut in der Hand liegt. Ob Holz oder Metallgriff ist dabei Geschmackssache.
  • Form des Tampers:
    Eine glatte Unterfläche muss nicht zwangsläufig auch eine ebene Unterfläche bedeuten. Inzwischen gibt es Tamper mit leicht linsenförmiger statt flacher Unterseite. Mit diesen Konvex-Tampern schaffen Sie eine kleine Mulde im Kaffeebett. Diese soll für eine noch bessere Verteilung des Brühwassers sorgen. Bei Konvex-Tampern gehen die Meinungen jedoch auseinander. Denn durch die Mulde ist der Puck in der Mitte deutlich dünner als außen. Dadurch fließt das meiste Wasser durch die Mitte, wodurch der Kaffee ungleichmäßig extrahiert und wahrscheinlich schneller bitter werden könnte. Ein Flat- oder Plan-Tamper ist durch seine universelle Verwendung und gleichbleibende Dicke des Pucks bei Baristas beliebter.
  • Durchmesser:
    Bevor Sie einen Tamper kaufen, müssen Sie zudem die Siebgröße Ihrer Maschine genau kennen. Die Fläche des Tampers muss exakt auf diese Größe passen, damit das Kaffeepulver ideal komprimiert werden kann. Sie sollten vor dem Kauf also genau nachmessen oder auf die Verpackung des Herstellers schauen. Dort ist der genaue Durchmesser des Siebträgers angegeben.

Hendrik

Hendrik Bäumer ist zertifizierter Kaffeesommelier und seit über sechs Jahren bei Kaffee Partner. In Schulungen gibt er seine Expertise an unsere Mitarbeiter weiter. Er und seine Sommelier-Kolleginnen lesen außerdem all unsere Fachtexte gegen, damit auch unseren Lesern fundiertes Kaffeewissen nähergebracht wird.