19. Januar 2018 3 min. Lesezeit Wissen

Für einige geht es auch ohne Koffeinkick am morgen - nicht aber ohne Kaffee. Doch wie kommt das Koffein aus dem Kaffee?

Seit Entdeckung des Kaffeegetränks entwickelt es sich stetig weiter: die ersten Kaffeehäuser entstanden, dann Hilfsmittel, welche die Zubereitung von Kaffee erleichterten, bis hin zu Automaten, die letztendlich die Zubereitung komplett übernahmen. Mit der Vielzahl an Erfindungen geht auch eine Vielfalt an Kaffeesorten und Zubereitungsarten einher, die immer weiter steigt. Dadurch können viele Geschmäcker abgedeckt werden. So sieht es auch mit dem entkoffeinierten Kaffee aus.

Entkoffeinierten Kaffee gibt es erst seit etwa einem Jahrhundert. Das Entkoffeinieren von Kaffee nimmt im Jahre 1903 seinen Anfang. Damals entwickelte Kaffeehändler und der Gründer von „Kaffee HAG“ aus Bremen, Ludwig Roselius, das nach ihm benannte Roselius-Verfahren. Anlass für seine Experimente war der Tod seines Vaters, den er in zu hohem Kaffeekonsum begründet sah. Bei diesem Verfahren legte er die ganze Kaffeebohne in Salzwasser ein und extrahierte anschließend mit Hilfe von Benzol das Koffein aus der Bohne. So konnte den Kaffeebohnen nahezu vollständig das Koffein entzogen und entkoffeinierter Kaffee hergestellt werden. Heutzutage ist diese Herstellungsart von entkoffeiniertem Kaffee jedoch nicht mehr zulässig, da Benzol als krebserregend gilt. Seitdem hat sich die Herstellung von entkoffeiniertem Kaffee rasant weiterentwickelt.

Herstellungsverfahren zu entkoffeiniertem Kaffee

Um den Kaffeebohnen das enthaltene Koffein teilweise oder fast vollständig entziehen zu können, sind entweder Chemikalien von Nöten oder ein sehr aufwändiges Verfahren. Bei letzterem handelt es sich um den sogenannten Schweizer-Wasser-Prozess. Bei diesem Verfahren wird jedoch einerseits eine große Menge an Wasser benötig, andererseits entstehen große Abfälle von Rohkaffee, die nach der Benutzung für dieses Verfahren nicht weiterverwendet werden können.

Aus diesen Gründen wird das Herstellungsverfahren für entkoffeinierten Kaffee heute nicht mehr benutzt. Stattdessen schaffen Lösungsmittel Abhilfe. Zuerst werden die Kaffeebohnen in heißem Wasser oder Wasserdampf quellen gelassen, bevor eine Behandlung mit Lösungsmitteln von etwa zehn Stunden ansteht. Doch auch diese Lösungsmittel sind nicht ohne Bedenken anwendbar. Dichlormethan beispielsweise steht unter Verdacht krebserregend zu sein. Dennoch wird es zur Herstellung von entkoffeiniertem Kaffee weiterhin verwendet. Die Alternative bildet ein „natürliches Lösungsmittel namens Ethylacetat. Es kann auch aus Obst und Gemüse gewonnen werden und gilt somit als natürlich. Nach der Bearbeitung der Kaffeebohnen mit dem Lösungsmittel werden die Bohnen noch getrocknet. Dabei lösen sich die Lösungsmittel von der Kaffeebohne. Durchaus kann dennoch ein geringer Anteil an Lösungsmitteln in den Bohnen haften bleiben. Ob dabei durch das Lösungsmittel Dichlormethan das Krebsrisiko ansteigt oder weitere negative Effekte auf die Gesundheit schlagen, ist bisher nicht bekannt. Weitere Verfahren sind das Kohlenstoffdioxid-Verfahren sowie das Triglycerid-Verfahren.

Entkoffeinierter Kaffee im Handel

Entkoffeinierter Kaffee auch Vorteile gegenüber dem koffeinhaltigen Getränk: Er kann beispielsweise getrost auch abends in vollen Zügen genossen werden. Weiterhin kann das Kaffeegetränk auch von Menschen, die kein Koffein vertragen, ohne Sorgen getrunken werden. Damit auch für jeden Kaffeeliebhaber etwas dabei ist, bieten wir in unserem Online-Shop eine große Vielzahl an Kaffeesorten an. Darunter zählen natürlich auch koffeinfreie Kaffeesorten, wie der durch ein natürliches Verfahren hergestellte entkoffeinierte Kaffee. Jedoch darf man nicht vergessen, dass in allen entkoffeinierten Kaffees weiterhin noch Restbestände an Koffein enthalten sind, die im Herstellungsverfahren nicht entfernt werden konnten. In Deutschland gilt, dass alle Kaffeesorten mit weniger als 0,1 Prozent Koffeingehalt als entkoffeinierter Kaffee bezeichnet werden dürfen.

Carolin

Carolin

Trinkt am liebsten Kaffee schwarz, um in den Tag zu starten. Nach dem Essen darf es auch gerne ein kurzer Espresso sein – am liebsten aus der Ultima Duo 2.

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