10. August 2018 5 min. Lesezeit Wissen

Hätten Sie's gewusst?

Wenn es um Fakten über Kaffee geht, hat so ziemlich jeder etwas beizutragen, denn um kaum ein anderes Getränk ranken sich so viele Geschichten, Mythen und - eben Fakten. Wir haben uns die 10 wohl spannendsten Fakten herausgegriffen und möchten Ihnen diese nicht länger vorenthalten:

1. Kaffee wurde von Ziegen „entdeckt“

Sie haben schon richtig gehört: Kaffee wurde der Legende nach tatsächlich von Ziegen „entdeckt“. Genau genommen war es ein Ziegenhirte Namens „Kaldi“ im 9. Jahrhundert in Äthiopien. Er beobachtet seine Ziegen und sah, wie munter die Ziegen wurden, nachdem sie die Kirschen von einem Kaffeebaum fraßen. Was lag also für Kaldi näher, als die roten Kirschen selbst zu probieren?  Zugegeben – die Geschichte wurde erst im 16. Jahrhundert erstmals niedergeschrieben, aber sie ist nett und klingt irgendwie glaubhaft.

2. Black Ivory Coffee – der exklusivste Kaffee der Welt

Lange Zeit galt der berühmte Kopi Luwak, auch Katzen-Kaffee als der teuerste und exklusivste Kaffee der Welt. Seinen besonderen Geschmack erhält der Kopi Luwak durch den „Herstellungsprozess“: Er entsteht nämlich, indem man der indonesischen Schleichkatze Kaffeekirschen zu fressen gibt. Diese werden von ihr verdaut und wieder ausgeschieden. Aus den Hinterlassenschaften der Schleichkatze werden nun die unverdaulichen Kaffeebohnen herausgesucht. Der sehr aufwändige Herstellungsprozess macht den Katzen-Kaffee extrem teuer.

Gourmets, die den besonderen Geschmack des Kopi Luwak schätzen, müssen bis zu 1.200 Euro pro Kilo bezahlen.

Noch exklusiver ist der „Black Ivory Coffee“ aus Thailand: Dort kam man nun auf die Idee, Kaffee auf eine ähnliche Weise herzustellen, aber mit Tieren, die ein „etwas“ größeres Volumen verdauen können, nämlich mit Elefanten!

Die „Golden Triangle Asian Elephant Foundation” betreibt in Thailand eine Rettungs- und Versorgungsstation für etwa 30 herrenlose und nicht mehr einsatzfähige Arbeitselefanten. Diesen Elefanten werden Kaffeekirschen dem Futter beigemischt. Die Mahuts, so nennen sich die einheimischen Führer von Arbeitselefanten in Thailand, suchen dann aus dem Dung die unverdauten Kaffeebohnen heraus.

Der auf diese Weise entstandene „Black Ivory Coffee“ ist nicht im freien Handel erhältlich, denn er wird exklusiv an die asiatische Anantara-Hotelkette verkauft. Den Elefanten-Kaffee gibt es ausschließlich in fünf Hotels auf den Malediven und in Thailand, wo er für knapp 40 Euro pro Tasse genossen werden kann.

3. Milde, hell geröstete Kaffeebohnen enthalten mehr Koffein als dunkle Bohnen

Im Gegensatz zum weit verbreiteten Glauben befindet sich in hellen, milden Kaffeeröstungen normalerweise mehr Koffein als in dunklen, herzhaften Röstungen. Warum das so ist? Je länger der Kaffee geröstet wird, desto mehr Koffein löst sich unter der Hitze aus der Bohne. Im Prinzip verhält es sich so als wenn sie mit Wein kochen. Je länger sie ihn mitköcheln lassen, desto weniger Alkohol haben sie später in ihrem Essen.

4. Espresso ist keine Bohne

Es gibt keine besondere Espresso-Bohne. Espresso ist nur die Bezeichnung für eine bestimmte Zubereitungsart. Dazu benutzt man dunkel geröstete Kaffeebohnen und mahlt sie sehr fein. Anschließend wird heißes Wasser mit hohem Druck durch das Kaffeemehl gepresst. Es entsteht, wenn man es richtig macht, ein konzentrierter Kaffee mit einer dichten, braunen Crema. Durch die lange Röstung enthält Espresso weniger Koffein als z. B. normaler Filterkaffee.

5. Kaffee ist eine Kirsche

Richtig – an Kaffeebäumen oder Büschen wachsen rote Kirschfrüchte. Die eigentliche Kaffeebohne ist der Samen, der sich in der Kirsche befindet. Wenn die Kaffeebohne nicht so begehrenswert und geschmackvoll wäre, dann könnte man die Kaffeekirsche vielleicht als ganze Frucht im Obstladen kaufen, denn sie ist eine leckere herb-süße Kirsche, die ein wenig an den Geschmack von Honig, Pfirsich und Wassermelone erinnert.

6. Kaffee war verboten

Kaffee wurde im Laufe der Geschichte bereits mehrfach in unterschiedlichen Kulturen zeitweise verboten. So schloss der Gouverneur von Mekka im Jahre 1511 sämtliche Kaffeehäuser, weil er in ihnen Orte sittlichen Verfalls sah. Erst nach einem dreißigjährigen Streit zwischen den Gelehrten wurde das Verbot durch den Sultan von Kairo wieder aufgehoben. 1675 versucht der englische König Charles II. Kaffee und Kaffeehäuser zu verbieten. Dabei stößt er auf großen Widerstand aus der Bevölkerung und löst eine Rebellion aus, sodass er letztlich sein Vorhaben nicht durchsetzen kann. Der preußische König Friedrich der Große schließlich verbot die Einfuhr von Kaffee im Jahr 1677. Er befürchtete, dass der zu der Zeit stark wachsende Kaffeeverbrauch die traditionellen einheimischen Produkte wie Malz oder Gerste verdrängen könnte. Die staatliche Propaganda versuchte denn auch, Kaffee als verachtenswerte Modeerscheinung und überflüssigen Luxus zu stigmatisieren.

7. George Washington erfand den Instant Kaffee

Sie haben richtig gelesen, aber nicht der erste amerikanische Präsident, sondern sein anglo-belgischer Namensvetter George Constant Louis Washington erfand den Instant Kaffee.

Der 1897 nach New York ausgewanderte Washington war zwar nicht der eigentliche Erfinder, aber er entwickelte um das Jahr 1908 als erster ein Verfahren, um Instant Kaffee im industriellen Maßstab herzustellen. Damit war er kommerziell sehr erfolgreich. Während des I. Weltkriegs kaufte die US-Army der „G. Washington Coffee Refining Company“ ihre gesamte Produktionsmenge an Instant Kaffee ab. So war sichergestellt, dass die Soldaten an der Front in Europa nicht auf ihren „Cup of George“ verzichten mussten.

Als Erfinder des ersten Instant Kaffees gilt der japanischstämmige Wissenschaftler Satori Kato aus Chicago.

Als Erfinder des ersten Instant Kaffees gilt der japanischstämmige Wissenschaftler Satori Kato aus Chicago. Allerdings gelang es ihm nie, sein 1901 patentiertes Verfahren zu einem kommerziell erfolgreichen Produkt weiterzuentwickeln.

8. Es gibt über fünfzig verschiedene Kaffeesorten

Normalerweise kennen wir Verbraucher nur zwei Kaffeesorten: Arabica und Robusta, denn nur diese werden normalerweise für die Kaffeeproduktion verwendet und machen zusammen praktisch 100 % des Weltmarktes aus. Tatsächlich aber sind über fünfzig verschiedene Kaffeesorten bekannt. Sollten sie also einmal die sehr seltene Gelegenheit bekommen, einen Kaffee zu probieren, der nicht aus den üblichen Sorten hergestellt ist, dann nehmen sie diese bitte unbedingt wahr!

9. Über 500 Milliarden Tassen

Weltweit werden pro Jahr rund eine halbe Billion Tassen Kaffee getrunken. Bei einer Weltbevölkerung von knapp sieben Milliarden sind das unglaubliche 71 Tassen für jeden Erdenbürger – Kleinkinder mit eingerechnet!

Ganz vorne beim Kaffeekonsum sind übrigens die Finnen: Jeder Finne trinkt 1305 Tassen jährlich der 3,6 Tassen pro Tag! Dagegen ist der deutsche Kaffeekonsum mit knapp zwei Tassen am Tag noch moderat. Allerdings ist Kaffee auch in Deutschland das beliebteste Getränk noch vor Bier und Mineralwasser!

10. Zweitwichtigstes Handelsgut der Welt

Kaffee ist nach Erdöl die wichtigste Handelsware der Welt. Die Kaffeebohnen werden in 80 Ländern der Erde auf einer Gesamtfläche von ungefähr 11 Millionen Hektar angebaut. Etwa 25 Millionen Menschen arbeiten im Anbau, Weiterverarbeitung oder Vertrieb von Kaffee. Pro Jahr werden etwa 55 Millionen Säcke Rohkaffee á 60 Kilogramm produziert.

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Thorsten

"Ein guter Kaffee am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen." So seine Devise. Ab und zu darf es auch ein Schuss Milch in den Kaffee sein - am liebsten als feincremiger Milchschaum wie aus der Crema Duo.

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