Wissen14. Oktober 202211 Min. Lesezeit

Woher kommt der beste Kaffee? Die Herkunftsländer im Überblick.

Eine Kaffeepflanze benötigt besondere klimatische Bedingungen, um zu gedeihen. Nur wenige Regionen auf der Welt können ihr diese Voraussetzungen bieten. Wir schauen genauer hin.

Reifende Kaffeekirschen am Strauch

Die wichtigsten Fakten zu den besten Anbaugebieten:

  • Die besten Anbauländer für Kaffee befinden sich am Äquator.
  • Die Anbaugebiete befinden sich in Nord-, Mittel- und Südamerika, Asien und Afrika.
  • Es bestehen dort maßgebliche Unterschiede zwischen Menge, Anbauweise und Geschmack.
  • Die Anbaukriterien für Arabica und Robusta unterscheidet sich deutlich – die Robusta ist weniger witterungs- und schädlingsanfällig.
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Wo genau liegen die Anbaugebiete von Kaffee?

Auch wenn Kaffee er für viele ein fester Bestandteil des Alltags ist, so wissen die meisten doch kaum, wo genau die Anbaugebiete von Kaffee liegen. Die wichtigsten Produktionsländer sind auf der ganzen Welt verteilt und liegen alle nahe des Äquators – im sogenannten Kaffeegürtel. Daher begeben wir uns auf eine Reise entlang des Äquators und nehmen dabei auch die beiden Hauptsorten Robusta und Arabica etwas genauer in Augenschein

Das sind die wichtigsten Produktionsländer

Die größten Anbaugebiete der Kaffeepflanze liegen im genannten Kaffeegürtel. Kontinental ausgedrückt sind vor allem die Bereiche Mittel- und Südamerika, Afrika sowie Teile Asiens entscheidende Anbaugebiete. Die größten Produktionsländer sind

  • Nordamerika: Mexiko
  • Mittelamerika: Panama, Guatemala, Costa Rica,
  • Südamerika: Brasilien, Kolumbien, Venezuela, Bolivien, Peru,
  • Asien: Vietnam, Thailand, Indonesien,
  • Afrika: Liberia, die Zentralafrikanische Republik, Kongo, Angola, Sambia,

An allen Orten herrschen die Bedingungen, die eine Kaffeepflanze bis zur Ernte braucht. In der heutigen Zeit hat sich ein milliardenschwerer Industriezweig rund um den Kaffee entwickelt: Ganze Länder verdanken mittlerweile wesentliche Teile Ihres Bruttoinlandproduktes der jährlichen Kaffeeernte. Die Produktionsländer steigern täglich ihr Anbaupotential und kommen somit der steigenden Nachfrage an Kaffee nach.

Die einzelnen Anbaugebiete produzieren jedoch nicht alle den gleichen Kaffee. Es bestehen maßgebliche Unterschiede zwischen Menge, Anbauweise und Geschmack. Dies liegt einerseits an den jeweiligen klimatischen Bedingungen, andererseits auch an den differenzierten Anbaumethoden. Eine Kaffeebohne Arabica, welche aus Afrika stammt, schmeckt demnach ganz anders als eine Kaffeebohne Arabica, welche beispielsweise aus Asien stammt. Die Vielfalt des Kaffees ist mitunter ein Grund für dessen Beliebtheit und bietet jedem Kaffeetrinker eine tägliche Abwechslung und aromatischen Reichtum. Nachfolgend listen wir die wichtigsten Anbaugebiete von Kaffee auf und schauen, wo der beste Kaffee herkommt.

Kaffeeanbaugebiete in Nord- und Mittelamerika

In Nordamerika liegt Mexiko. Dort wird Kaffee überwiegenden von Kleinbauern angebaut. In Mexiko sind die meisten Kaffee-Plantagen keine Monokulturen, wie in vielen anderen Ländern, und werden sogar hauptsächlich per Hand gepflückt. Die bekannteste Sorte heißt Maragogype, auch Elefantenbohne genannt. Die wichtigste Anbauregion für Kaffee in Mexiko ist Chiapas, wo mit 40 % nahezu die Hälfte der gesamten Produktionsmenge des Landes wächst. Mit der „Ruta del Café“ wurde sogar eine eigene Kaffeestraße etabliert, mit welcher der touristische Wert der kaffeegeprägten Landschaft gesteigert werden soll.

In Mittelamerika sticht vor allem Nicaragua als Kaffeeanbaugebiet heraus. In den Regionen El Salvador und Santo Domingo befinden sich zahlreiche Plantagen, die sich über Meilen hinweg erstrecken und die verschiedensten Kaffeepflanzen beherbergen. Viele Menschen in diesen Gebieten leben ausschließlich vom Kaffeeanbau. Die wertvollen Kaffeebohnen werden nach der Ernte in die ganze Welt verschifft.

Costa Rica punktet insbesondere durch aromatisch, vollmundige Aromen und intensiv duftenden Kaffee. Hawaii eignet sich für die Kaffeeernte ausgezeichnet, da hier optimale klimatische Bedingungen herrschen. Die von dort stammenden Kaffeebohnen besitzen ein zumeist mildes und nussiges Aroma.

Als letztes steht der bevölkerungsreichste Staat Zentralamerikas auf dem Plan: Guatemala. Das Land zählt seit jeher zu den wichtigsten Produktionsländern für Kaffee und produziert Kaffeebohnen mit einer aromatischen und würzigen Note. Mit Höhenlagen um die 2.000 Meter und äußerst fruchtbaren, vulkanischen Nährböden wachsen und gedeihen Kaffeebäume hier besonders schnell. Dies führt zu einer hohen Qualität und einer erstklassigen Vielfalt.

Ein weiteres besonderes Anbaugebiet stellt Jamaika dar. Hier wird der berühmte „Blue Mountain-Kaffee“ gezüchtet. Die Blue Mountains von Jamaika sind aus diesem Grund mit großflächigen Kaffeeplantagen bedeckt. Die exzellente Kaffeesorte hat jedoch ihren Preis und schlägt mit knapp 120 Dollar pro Kilogramm zu. Damit gehört der Blue Mountain-Kaffee zu den teuersten Sorten der Welt. Touristen aus aller Welt besuchen die Anbaugebiete, um sich kleinere Mengen mitzunehmen und von dem köstlichen Kaffee zu probieren.

Kaffeeanbaugebiete in Südamerika

Südamerika ist der Kontinent mit den stärksten Produktionsländern für Kaffee. Kolumbien und Brasilien produzieren davon am meisten. Die Kaffeepflanze hat sich hier zu einem echten Wirtschaftswunder entwickelt und verschafft der Bevölkerung neben vielen Arbeitsplätzen auch neue kulturelle Vielfalt. Das Klima in den warmen Gebieten ist das ganze Jahr über beständig und liefert der Kaffeeernte optimale Bedingungen für einen qualitativ hochwertigen Anbau. Die Kaffeesorten Arabica und Robusta sind hier besonders stark vertreten und werden von zentralen Handelspunkten aus in die ganze Welt verteilt. Auch in Europa kommen täglich Dutzende Tonnen Kaffee aus Südamerika an. Neben Brasilien und Kolumbien spielen aber auch Orte wie Ecuador, Venezuela, Peru und die Galapagos Inseln eine wichtige Rolle. Jeder Standort überzeugt mit individuellen Vorteilen und einer großen Sortenvielfalt.

Brasilien produziert rund 34 % des gesamten Kaffeebedarfs der Welt und gilt somit als echtes Schwergewicht unter den Produktionsländern. Die Anbaugebiete von Kaffee erstrecken sich über das ganze Land und sind maßgeblich für den wirtschaftlichen Erfolg verantwortlich. Mit knapp 287.000 Farmen auf ca. 1.898.240 Hektar Fläche, auf denen Kaffee angebaut wird, lässt Brasilien alle Mitstreiter weit hinter sich. Eine einzige Farm kann dabei bis zu 25.000 Hektar groß sein. Die Anbaugebiete liefern jedes Jahr ca. 69 Millionen Säcke mit Kaffeebohnen, wobei jeder Sack ungefähr 60 Kilogramm wiegt. Mit 80 % Ernteanteil werden überwiegend Arabica-Bohnen gezüchtet. Die restlichen 20 % sind Robusta-Bohnen. Der Erfolg des Kaffees liegt in Brasilien jedoch nicht nur allein im Verkauf.

Die Brasilianer nutzen ein Fünftel ihrer geernteten Bohnen für den Eigenbedarf. Kaffee hat sich in Brasilien zu einer wahren Kultur entwickelt. Im privaten als auch geschäftlichen Bereich gehört es hier zum guten Ton, seinem Gast einen Kaffee anzubieten. Ein ganzes Drittel des exportierten Rohkaffees geht im Übrigen nach Deutschland und landet somit direkt auf unseren heimischen Tischen.

Hinter Brasilien und Vietnam steht Kolumbien als drittgrößter Kaffeeexporteur weltweit ganz weit vorne in der Liste der größten Produktionsländer. Seit knapp 300 Jahren wird hier traditionell Kaffee angebaut. Mehr als eine halbe Millionen Kolumbianer leben von dem Wirtschaftszweig Kaffee und stellen damit eine treibende Kraft der ansässigen Wirtschaft dar. Auch wenn Kolumbien in den letzten Jahren eine rückläufige Produktion zu verzeichnet hatte und sogar von Vietnam auf Platz drei verdrängt wurde, so spielt Kaffee doch eine wichtige Rolle für die dort lebenden Menschen und die gesamte Nation. Kaffee gilt in Kolumbien als Kulturgetränk und prägt mitunter die Gesellschaft. Die Kaffeebauern legen viel Wert auf die Qualität ihrer Kaffeebohnen und züchten nur beste Standards. Die biologisch hochwertige Anbauweise grenzt das Land von vielen anderen Produktionsländern ab und macht „Kaffee made in Colombia“ zu einem starken Markenprodukt.

Besonders beliebter Kaffee stammt übrigens auch aus der Dominikanischen Republik. Mit diesem Land assoziieren die Menschen Sonne, Palmen, Strand und Meer – das perfekte Karibikziel für einen ausgelassenen Urlaub. Hier wird jedoch auch in großen Massen Kaffee angebaut. Es gibt knapp 50.000 kleinere Kaffeeproduzenten, welche über das gesamte Landesgebiet verstreut sind. Wegen der hohen Temperaturen im Norden (30 Grad Celsius im Durchschnitt) liegen die rentablen Anbaugebiete aber größtenteils im etwas kühleren Süden. Fast alle Produktionsstätten haben sich über dies hinaus auf den Anbau von Arabica-Kaffee spezialisiert.

Kaffeeanbaugebiete in Asien

Asien konnte im Anbau von Kaffee mit der Zeit stark aufholen. Vor allem Vietnam nimmt hierbei eine Vorreiterrolle ein. Der Schwerpunkt der vietnamesischen Kaffeeproduktion liegt auf der witterungsbeständigen Robusta-Bohne und wird zu 95 % von kleinen Kaffeebauern produziert: Das Land in Vietnam gehört dem Staat und wird an die Bauern verpachtet. So fließen die Erlöse in ihre Taschen. Abnehmer sind weltweit etwa 80 Länder. Fast 40 % der Produktion aus dem südostasiatischen Staat gehen nach Europa.

Landkarte von Asien als Kaffeeproduktionsland

Indonesien profitiert beim Anbau durch seinen vulkanischen Erdboden, welcher besonders fruchtbar und nahrhaft ist. Dies verhalf dem Land innerhalb kürzester Zeit dazu, ein Global Player für Kaffee zu werden. Vietnam ist momentan (Stand 2020) der zweitgrößte Exporteur von Kaffee auf der ganzen Welt. Das Land legte im Kaffeeanbau in den letzten Jahren ein rapides Wachstum hin und lies große Länder wie Indien, Äthiopien und Kolumbien spielend hinter sich.

Wer auf besondere Qualität setzen möchte, der kann sich jedoch auch auf Kaffee aus Papua-Neuguinea freuen. Die zweitgrößte Insel der Erde verfügt über Landschaften in hohen Höhenlagen. Der Kaffee wird hier in rund 1.300-1.800 Metern Höhe angebaut. Dies steigert die Qualität der geernteten Kaffeebohnen und macht Kaffee aus diesem Land zu einer beliebten Luxussorte.

Weibliche Landwirte pflücken Kaffeekirschen per Hand

Kaffeeanbaugebiete in Afrika

In Afrika beherrschen die Länder Äthiopien, Uganda und Südafrika große Teile der Kaffeeproduktion. Äthiopien steht dabei mit weitem Abstand an erster Stelle und gilt sogar als Ursprungsland des Kaffees.

Der vergleichsweise arme Staat und seine Bewohner haben sich mit dem Anbau von Kaffee einen wichtigen Wirtschaftszweig aufgebaut. Fast jeder vierte Einwohner lebt von der Kaffeeindustrie und arbeitet täglich auf einer der zahlreichen Plantagen oder in den Produktionsstätten. Wie in vielen anderen Ländern, wird auch in Äthiopien ausschließlich Arabica-Kaffee produziert.

Landkarte mit Afrika als Kaffeeanbaugebiet

Vergleich: Arabica und Robusta im Anbau

Die Kaffeesorten Arabica und Robusta gehören zu den beliebtesten Kaffees überhaupt und das mit großem Abstand. So gut wie alle Kaffeevarianten bestehen aus einer der beiden Kaffeepflanzen. Die Arabica deckt rund 60 % des gesamten Kaffeebedarfs der beiden Sorten ab, dahinter kommt die etwas weniger beliebte Kaffeesorte Robusta. Die beiden Kaffeepflanzen unterscheiden sich maßgeblich in ihren Anbaukriterien als auch im Geschmack. Die Blütezeit von Arabica-Kaffee nimmt beispielsweise 6-8 Monate in Anspruch – die von Robusta hingegen 9-11 Monate. Letzterer gedeiht auch nur in Höhenlagen zwischen 0-900 m. Die Arabica-Pflanze benötigt eine Anbauhöhe von 400-2.100 m. In der nachfolgenden Tabelle werden weitere Unterschiede aufgelistet:

Eigenschaft Arabica Robusta
Anbautemperatur 18-25 Grad Celsius Ca. 26 Grad Celsius
Geschmack Blumig, säuerlich, fruchtig Rau, bitter, erdig
Fettgehalt 15-18 % 8-9 %
Wasserbedarf beim Anbau 1000-2000 mm/qm² jährlich 1500-2000 mm/qm² jährlich
Luftfeuchtigkeit beim Anbau Sehr hoch Ca. 100 %

Die unterschiedlichen Ansprüche an die perfekten Anbaugebiete spiegeln sich auch in den Produktionsländern wider. So wird die Arabica beispielsweise in Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit angebaut und die Robusta in Gebieten mit geringerer Luftfeuchtigkeit. Die kürzere Erntezeit der Arabica ist zudem profitabler und kommt den Kaffeebauern zugute. Die beiden Kaffeesorten unterschieden sich noch in vielen weiteren Punkten und können von den Konsumenten in Europa und den USA vor allem dank des Geschmackes auseinandergehalten werden.

Von der Kaffeepflanze bis zur Kaffeerösterei

Von den Anbaugebieten des Kaffees in Amerika, Afrika und Asien ist es ein weiter Weg bis zu unseren Kaffeevollautomaten. Kaffeeanbau ist ein wesentlicher Wirtschaftszweig für die Produktionsländer, der oft durch die eigenen Big Player, Großproduzenten, hinsichtlich Preis- und Arbeitsbedingungen definiert wird. Um insbesondere Kleinbauernfamilien zu unterstützen, ist es hilfreich fair gehandelten Kaffee zu konsumieren. Entweder durch den Kauf von speziellen Produkten mit Gütesiegel, als auch durch den Kauf bei lokalen Röstereien, die den Kaffee direkt beim Bauern beziehen.

Fazit

Täglich werden Millionen von Tassen Kaffee getrunken – der Weg bis zur Kaffeerösterei und Mahlung ist jedoch äußerst lang. Themen wie die Blütezeit, Höhenlage, Fairtrade, Anbaueigenschaften und Inhaltsunterschiede sind vielen von uns nicht wirklich bewusst. Die Frage, wo der beste Kaffee herkommt, ist also nicht so einfach zu beantworten. Am Ende lautet das Credo: Probieren geht über studieren.

In diesem Beitrag haben wir gelernt, dass Kaffee über alle Kontinente hinweg aus dem Kaffeegürtel am Äquator kommt und tausende Meilen bis zu uns transportiert wird. Dies lässt uns eine gute Tasse Kaffee noch viel mehr wertschätzen.

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Katrin

Seit fast zehn Jahren ist Katrin Eckart als zertifizierte Kaffeesommelière bei Kaffee Partner. Ihre Expertise bringt sie sowohl unseren Mitarbeitern in Schulungen als auch unseren Magazin-Lesern näher. Jeder Text geht nämlich vor Veröffentlichung durch die Hände unserer Experten.