Zubereitung04. Oktober 20214 Min. Lesezeit

Der Espresso: Das müssen Sie wissen

Kaffeeliebhaber, die starken, authentischen Kaffeegenuss schätzen, trinken mit Vorliebe einen Espresso. Wir zeigen Ihnen, mit welcher Zubereitungsmethode Espresso gemacht wird und geben weitere Infos rund um den kleinen Wach-Macher.

Espresso mit dunkler Crema

Fakten zum Espresso

  1. Ein echter Espresso entsteht nur mit hohem Druck: Mit 9 bar wird das heiße Wasser durch sehr fein gemahlenes Kaffeemehl gepresst.
  2. 7 bis 9 Gramm Espressopulver benötigt man für eine Tasse.
  3. Ein Espresso umfasst etwa 25 ml.
  4. Verglichen mit einer Tasse Filterkaffee hat Espresso weniger Koffein.
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Was ist ein Espresso?

Ein Espresso ist eine Kaffeespezialität, die als eine Art konzentrierter Kaffee beschrieben werden kann. Unter hohem Druck wird heißes Wasser durch fein gemahlenes Kaffeemehl gepresst. Die Menge an Kaffeepulver entspricht die eines Kaffees mit 125 ml, allerdings werden beim Espresso nur 25 ml Wasser verwendet. Der Geschmack des Espressos ist kräftig und zeichnet sich durch ein volles Aroma aus. Der Druck erzeugt eine aromatische, haselnussbraune Schaumschicht - die Crema. Der Espresso stammt aus Mailand und entstand um 1900. Er lässt sich pur genießen oder dient als Grundlage für andere Kaffeespezialitäten, wie zum Beispiel dem Latte macchiato.

Espresso: Diese Zubereitungsarten gibt es

Kaffeeliebhaber können sich auch Zuhause einen leckeren Espresso selbst zubereiten. Diese Zubereitungsarten gibt es:

Espresso aus einer Siebträgermaschine

Verteilen Sie sieben bis neun Gramm am besten frisch gemahlenes, sehr feines Kaffeemehl gleichmäßig im Siebträger. Mit dem sogenannten Tamper (engl. für Stampfer) drücken Sie das Kaffeemehl gleichmäßig in den Boden. Dadurch trifft das Wasser am Kaffee überall auf den gleichen Widerstand. Es wird für eine gleichbleibende Extraktion gesorgt ohne, dass Wasser am Kaffee vorbeilaufen kann. Der gefüllte Siebträger kommt nun in die Siebträgermaschine. Noch ein Knopfdruck und die Maschine erledigt den Rest. Das Wasser wird mit einem Druck von 9 bar durch das Espressomehl gepresst und heraus tropft der fertige Espresso mit einer schönen Crema. Eine detaillierte Anleitung finden Sie in unserem Espresso-Guide.

Espresso aus Siebtraeger Maschine mit Kaffee

Espresso aus einem Kaffeevollautomaten

Vor der ersten Anwendung muss der Kaffeevollautomat zunächst nach Ihren Geschmacksvorlieben eingestellt werden. Die Wassermenge, der Druck und die Wassertemperatur lassen sich nach Belieben anpassen. Klassisch sind die Einstellungen bei etwa 25 ml Wasser, einem Druck von 9 bar und einer Wassertemperatur von rund 92 Grad. Nach einem Knopfdruck mahlt der Vollautomat die Bohnen frisch und brüht anschließend den Espresso auf. Danach können Sie so oft Sie mögen einen Espresso per Knopfdruck ziehen, ohne weitere Handgriffe. Dies geht schnell und braucht nicht so viel Fachwissen wie bei der Siebträgermaschine.

Kaffee aus dem Kaffeeautomaten läuft in Tasse

Starker Kaffee aus dem Espressokocher

Obwohl der Name es anders assoziiert, können Sie mit dem Espressokocher keinen Espresso kochen. Nur die Zubereitung von sehr starkem Kaffee ist damit möglich. Haben Sie nichts anderes zur Hand, können Sie diesen als abgeschwächten Espresso-Ersatz verwenden.

So funktioniert’s: Erhitzen Sie Wasser separat und geben Sie es anschließend in den Espressokocher.
Achtung: Das Sicherheitsventil darf nicht mit Wasser bedeckt sein. Füllen Sie den Trichter der Kanne vollständig mit frisch gemahlenem, feinem Espressopulver. Achten Sie darauf, dass Sie es nicht festdrücken. Stellen Sie den gefüllten Kocher auf den Herd und erhitzen Sie den Inhalt, bis das typische „Gurgeln“ zu hören ist. Sobald die Farbe des Espressos nussbraun ist, ist er perfekt. Ausführlicher haben wir es in unserem Artikel zum Espressokocher beschrieben.

Espresso aus Moccakanne

Die Espressobohne - das wichtigste am Espresso

Für einen Espresso werden die Bohnen länger und dunkler geröstet als die Bohnen für einen klassischen Filterkaffee. Aufgrund der Röstung haben Bohnen für einen Espresso ein vollmundigeres Aroma. Durch eine längere Röstung werden Säuren zwar abgebaut, allerdings auch Bitterstoffe aufgebaut. Bekömmlicher ist Espresso hauptsächlich deswegen, weil die Extraktionszeit deutlich kürzer ist als bei Filterkaffee. Sowohl die bekannten Arabica-Bohnen, als auch die Robusta-Bohnen kommen für die Espressoröstung zum Einsatz. Wird der Anteil der Robusta-Kaffeebohnen erhöht, verleiht dies dem Getränk den typisch starken Kaffeegeschmack. Diese Mischung wird durch eine spezielle Röstung ebenso hervorgehoben wie durch eine besondere Art der Zubereitung.

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Der Kaffee Partner Espresso Superiore besticht mit seinem intensiven Aroma und unvergleichlich würzigen Nachgeschmack.

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Der Kaffee Partner Best Schümli wurde speziell für den Einsatz in Kaffeevollautomaten konzipiert.

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Hat Espresso mehr Koffein als Kaffee?

Durch den intensiven Geschmack des Espressos wird häufig gedacht, dass sein Koffeingehalt über dem von klassischem Filterkaffee liegt. Das stimmt nur bedingt. Auf 100 ml gerechnet hat ein Espresso mit 133 mg Koffein deutlich mehr als ein Filterkaffee mit 55 mg Koffein. Da nur wenig Wasser für die Zubereitung genutzt wird, ist der Koffeingehalt bei dem kleinen Muntermacher sehr konzentriert. Allerdings hat ein Espresso auch nur 25 ml Füllvolumen, ein Filterkaffee rund 150 ml. Deswegen ist in einem Espresso (etwa 33 mg) weniger Koffein als in einem Filterkaffee (etwa 83 mg).

Wie viel Espresso darf ich am Tag trinken?

Forscher sagen, dass ein gesunder Mensch nicht mehr als 400 mg Koffein zu sich nehmen soll. Das entspricht in etwa vier Tassen normalen Kaffee und zehn Tassen Espresso – allerdings ist auch in vielen anderen Lebensmitteln Koffein, beispielsweise 34 mg in einer 100-Gramm-Tafel Zartbitterschokolade. Deswegen stimmen die zehn Tassen Espresso pro Tag nur in der Theorie. Allgemein sollten Sie darauf achten, koffeinhaltige Getränke nur in Maßen und nicht in Massen zu trinken. Sollten Sie es mit dem Koffeinkonsum übertreiben, können Unruhe, Nervosität, Schlafstörungen und Herzrasen die Folge sein. Lesen Sie mehr zum Thema Koffein und seine Auswirkungen.

Welche Espressovarianten gibt es?

Im Laufe der Zeit hat sich eine Vielzahl von Varianten etabliert. Denn Espresso ist schon lange nicht mehr einfach nur Espresso:

  • Espresso Lungo – mit der doppelten Menge Wasser zubereitet
  • Americano – mit Wasser verlängert
  • Espresso Ristretto – mit wenig Wasser zubereitet
  • Espresso Doppio – doppelter Espresso
  • Espresso Corretto – mit Alkohol
  • Espresso Macchiato – mit Milch
  • Espresso Marocchino – mit Milchschaum und Schokolade
Infografik zu sieben verschiedenen Espressotypen

Nicht immer muss es eine der klassischen Espressovarianten sein. Cafés bieten häufig Kreationen mit Vanille- oder Karamellaromen an. Diese geben dem typischen Espressogeschmack eine besondere Note. Häufig wird zum Espresso auch ein Glas Wasser, eine Scheibe Zitrone oder etwas Milcheis gereicht. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Interessant: Wer in Südeuropa einen Kaffee bestellt, erhält einen Espresso, was insbesondere bei deutschen Touristen oft für Verwunderung sorgt.

Kaffeespezialitäten mit Espresso

Espresso lässt sich vielfältig verwenden und ist in einigen Kaffeespezialitäten ein wichtiger Bestandteil. So setzt sich ein Cappuccino aus einem Espresso mit warmer Milch und Milchschaum zusammen. Die gleichen Zutaten hat auch der Latte macchiato, allerdings ist hier der Anteil der Milch-Komponenten deutlich größer als beim Cappuccino.

Wann wird Espresso getrunken?

Klassische Espressobars in Italien sind kein Ort des Verweilens. In wenigen Minuten ist der liebste Espresso bestellt, zubereitet und schnell getrunken. Welche Espressovariante getrunken wird, hängt meist von der Tageszeit oder den Gegebenheiten ab. Ein Corretto wird gern als Absacker nach einem langen Arbeitstag gewählt, wohingegen der Ristretto schon am frühen Morgen den Kreislauf in Schwung bringt. Nach einem deftigen Essen wird gern ein klassischer Espresso getrunken. Er regt sorgt unter anderem dafür, dass sich nach dem Essen keine Müdigkeit einstellt und die Darmaktivität angeregt wird.

Hendrik

Im Austausch mit Kunden ist es für unsere Mitarbeiter besonders wichtig, ein fundiertes Kaffeewissen zu haben. Hendrik Bäumer vermittelt als zertifizierter Kaffeesommelier diese Expertise. Er und seine Sommelier-Kolleginnen lesen außerdem all unsere Fachtexte gegen, damit auch den Lesern die Erfahrungen aus der Kaffeebranche nähergebracht werden.