Zubereitung12. Juli 20213 Min. Lesezeit

Espresso mit dem Siebträger zubereiten: So geht's

In unserem Guide finden Sie hilfreiche Tipps für die Zubereitung Ihres Espressos mit der Siebträgermaschine. Wir zeigen Ihnen wie es geht.

Espresso aus Siebtraeger

Was ist eine Siebträgermaschine?

Entwickelt wurde die Siebträgermaschine in Italien, um die Zubereitung eines Espressos zu vereinfachen. Kein Wunder, dass sie oftmals auch als Espressomaschine bezeichnet wird. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam die erste Siebträgermaschine auf den Markt. Ziel einer solchen Maschine war es, die Aromastoffe besser aus der Kaffeebohne zu lösen. Bei der manuellen Zubereitung eines Espressos war die Kontaktzeit zwischen Wasser und Kaffeepulver zu lang, sodass der Kaffee oft bitter schmeckte. Entscheidend für eine kurze Kontaktzeit ist der richtige Druck, mit dem das Wasser durch das Kaffeepulver gepresst wird. Anfangs arbeiteten Siebträgermaschinen mit einem Hebel. Dann folgten Halbautomaten, inzwischen gibt es moderne Geräte, bei denen sich viele Parameter individuell einstellen lassen.

Funktionsweise einer Siebträgermaschine

Namensgeber der Siebträgermaschine ist der abnehmbare Siebträger. Hierbei handelt es sich um die Halterung des Siebs. Das Sieb wird mit frisch gemahlenem Kaffeepulver befüllt und in der Maschine befestigt. Für den perfekten Kaffeegenuss wird Wasser mit hohem Druck durch das Kaffeepulver im Sieb gepresst. Neben dem Siebträger besteht die Maschine aus folgenden Elementen:

  • Elektrische Pumpe für den optimalen Druck
  • Heizelement und Kessel zur Erreichung der passenden Brühtemperatur
  • Dampflanze zum Aufschäumen der Milch
  • Wassertank
  • Brühgruppe

So gelingt der perfekte Espresso

Nutzen Sie unseren Acht-Schritte-Guide für einen Espresso aus der Siebträgermaschine. Dieser zeigt Ihnen alle wichtigen Basics:

  1. Espressotasse und Maschine vorwärmen
    Damit der Espresso nicht allzu schnell abkühlt und keine starken Temperaturveränderungen auf das Getränk einwirken, die das Kaffeearoma negativ beeinflussen, sollten Sie die Tasse vorab mit heißem Wasser befüllen und beiseite stellen. Die meisten Siebträgermaschinen verfügen hierfür über einen integrierten Warmwasserspender. Auch die Siebträgermaschine selbst muss warm sein. Deshalb mindestens 25 Min vor der Zubereitung die Maschine anstellen und warm werden lassen.
  2. Siebträgermaschine reinigen
    Wie bei jeder Kaffeemaschine, sollten Sie zuerst den Siebträger von altem Kaffeesatz befreien und anschließend Öle, Fette und andere Reste sorgsam abwischen. Diese können den Geschmack des Espressos dann nicht mehr beeinflussen. Achten Sie darauf, dass der Siebträger vorm Befüllen trocken ist.
  3. Kaffee fein mahlen
    Eine Kaffeemühle mit Scheibenmahlwerk mahlt die Bohnen äußerst gleichmäßig und liefert somit ein perfektes Mahlergebnis. Achten Sie darauf die Kaffeebohnen fein zu mahlen. Zu grob gemahlene Bohnen können schnell bitter schmecken. Außerdem weisen fein gemahlene Bohnen mehr Oberfläche auf und benötigen somit eine kürzere Kontaktzeit, um die Aromen zu lösen.
  4. Kaffeepulver richtig dosieren
    Der Siebträger sollte für die Dosierung am besten bis zum Ansatz gefüllt werden. Die Dosis ist entscheidend – das Pulver sollte daher nur leicht gehäuft sein. Ein Siebträger umfasst in den meisten Fällen rund 7 - 9 Gramm Kaffeepulver für 25 ml Espresso.
  5. Oberfläche glatt streichen
    Sobald Sie den Siebträger randvoll aufgefüllt haben, können Sie das Espressopulver behutsam anklopfen und mit dem Zeigefinder glatt streichen. Mit einer optimalen Oberfläche leisten Sie die Vorarbeit für das nachfolgende Tampern.
  6. Espressopulver tampern
    Beim Tamper spricht man herkömmlich vom sogenannten „Kaffeestopfer“. Dieser wird verwendet, um das Pulver zusammenzudrücken und soweit zu verdichten, dass es dem aufkommenden Wasserdruck standhalten kann, damit sich die Aromen langsam entfalten. Für ein optimales Ergebnis, empfiehlt sich ein Druck von 10 - 15 Kilogramm.
  7. Brühkopf vorspülen
    Wie fast alle Teile der Siebträgermaschine muss auch der Brühkopf vor der Nutzung gesäubert sein. Hierzu können Sie einfach heißes Wasser durch den Brühkopf laufen lassen. Einen Leerbezug machen, nennt sich dies. Dabei lösen sich etwaige Kaffeerückstände von der letzten Extraktion und das zu heiße Wasser wird abgelassen.
  8. Siebträger einspannen
    Nun sind alle Vorkehrungen für einen perfekten Espresso getroffen. Zum Schluss spannen Sie den Siebträger in die Maschine und betätigen den Hebel zum Brühen. Nach circa acht Sekunden fließt der erste Espresso in die vorgewärmte Tasse. Für 25 ml Espresso warten Sie rund 25 Sekunden, bis Sie den Hebel wieder hochziehen. Rühren Sie die Crema vor dem Trinken gerne einmal unter, damit sich die Aromen im Espresso entfalten können.

Und nun heißt es üben, üben, üben. Die Technik und Hangriffe an einem Siebträger werden mit der Zeit vertrauter und auch Einstellungen lassen sich leichter vornehmen und ausprobieren. Vielleicht kommen Sie einmal so weit, dass Sie sogar einen God Shot hinbekommen. Auch von geschulte Baristas nur selten erreicht.

Espresso ohne Siebträger

Damit der perfekte Espresso auch dem Einsteiger gelingt, muss natürlich auf das richtige Equipment geachtet werden. Im Heimbereich verfügt der Anwender normalerweise nicht über professionelle Gastronomiegeräte. Auch eine kleine Siebträgermaschine ist nicht billig. Ein Teil des Investments steckt im Zubehör wie der Espressomühle. Diese leistet einen entscheidenden Teil der Arbeit und hilft Ihnen den perfekten Mahlgrad zu finden. Wenn Sie es etwas weniger handwerklich, aber dennoch genauso geschmackvoll möchten, dann setzen Sie auf einen Kaffeevollautomaten. Dieser brüht auf Knopfdruck nicht nur Espresso, sondern auch alle Kaffeespezialitäten mit Espresso wie Cappuccino oder Latte macchiato. Gut zu wissen: Der Espressokocher kann gar keinen Espresso kochen, da hierbei nicht genug Druck aufkommt. Dennoch kann der Kaffee Espresso-ähnlich sein.

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Auf Qualität der Espressobohne achten

Neben dem Equipment und der Zubereitung sollten Sie allerdings auch auf die Wahl der Espressosorte achten. Hier empfiehlt es sich auf Qualität zu achten, denn wenn die Kaffeebohne minderwertig ist, kann auch das Ergebnis bei allem justieren nicht überzeugen. Worauf es ankommt können Sie in unserem Artikel zum Thema Kaffeebohnen-Qualität nachlesen. Und was eigentlich der Unterschied zwischen Kaffee- und Espressobohne ist erfahren Sie hier.

Meike

Damit alle Kaffee-Partner-Mitarbeiter ein umfangreiches Grundwissen über Kaffee haben, schult Meike Mehring die Kollegen bereits seit 2012 regelmäßig. Sie ist ausgebildete Kaffeesommelière und weiß, worauf es bei einem guten Kaffee ankommt.