Zubereitung23. Februar 20224 Min. Lesezeit

Handfilterkaffee zubereiten: So geht's

Immer mehr Menschen schätzen den ursprünglichen Kaffeegeschmack eines Filterkaffees. Insbesondere die Handfilter-Methode ist beliebter denn je. Alles zur Zubereitung und zu seinen Vorteilen, lesen Sie hier.

Frau gießt heißes Wasser in Handfilter

Die wichtigsten Fakten zum Handfilterkaffee:

  1. Dosierung: Auf einen Liter Wasser kommen 60 Gramm Kaffeepulver
  2. Mahlgrad: Das Kaffeepulver sollte einen mittleren Mahlgrad haben
  3. Ziehzeit: Die Zubereitungszeit liegt zwischen zwei und vier Minuten
  4. Temperatur: Die Brühtemperatur liegt zwischen 93 und 96 Grad
  5. Der gleichmäßige Kontakt von Wasser und Kaffeepulver macht den Handfilterkaffee besonders aromatisch
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Was ist ein Handfilterkaffee?

Wer einen Kaffee mit dem Handfilter zubereiten möchte, der braucht eigentlich nur zwei Utensilien: Den Filterhalter und einen Filter. Hinzu kommen für die Zubereitung natürlich noch das entsprechend gemahlene Kaffeepulver und heißes Wasser. Handfilterkaffee zeichnet sich durch klares Aroma und vollmundigen Geschmack aus. Der Unterschied zwischen Filterkaffee und Handfilterkaffee zeigt sich schon im Namen. Während normaler Filterkaffee meist in einer Maschine zubereitet wird und der Brühvorgang automatisch abläuft, wird beim Handfilterkaffee das Wasser händisch über das Kaffeemehl gegossen.

Handfilter-Zubehör

So bereiten Sie den perfekten Handfilterkaffee zu

Die Handfilter-Methode ist es etwas aufwendiger als beim automatisierten Brühvorgang mit der Kaffeemaschine. Es benötigt mehrere manuelle Schritte und natürlich Ihre Zeit. Aber es lohnt sich. Wir erklären Ihnen, wie Sie Handfilterkaffee richtig aufbrühen.

Benötigte Zutaten für einen Liter:

  • 60 Gramm Kaffeepulver mit mittlerem Mahlgrad
  • 1 L Wasser mit einer Temperatur zwischen 93 und 96 Grad

Schritt 1: Bohnen mahlen

Für die Zubereitung mit dem Handfilter sollten die Bohnen auf einem mittleren Mahlgrad gemahlen werden. Perfekt ist das Kaffeepulver, wenn es etwas feiner ist als für die French Press, aber nicht so fein wie für einen Espresso. Das Kaffeemehl sollte möglichst frisch sein, damit der Extraktionsvorgang optimal funktioniert. Außerdem verliert das Kaffeemehl immer mehr Aromen, je länger die Röstung und die Mahlung zurückliegen. Der Grund dafür ist Oxidation.

Schritt 2: Filterpapier knicken, einsetzen und durchspülen

Knicken Sie zunächst das Filterpapier am unteren Ende. Warum? Ganz einfach: Durch das Knicken passt der Filter genau in die Filterhalterung. So gibt es kein Verrutschen, durch das möglicherweise Kaffeepulver ins Getränk gelangt. Setzen Sie anschließend den Papierfilter in den Handfilter ein. Vor dem Aufbrühen sollte der Filter mit kochendem Wasser einmal durchgespült werden, um etwaige Geschmacksstoffe zu entfernen.

Schritt 3: Kaffeemehl hinzufügen

Geben Sie das gemahlene Kaffeemehl in den Filter. Achten Sie dabei auf die Menge. Für einen Liter Kaffee brauchen Sie etwa 60 Gramm Pulver. Pro Tasse mit 250 ml rechnet man also mit etwa 15 Gramm Kaffeepulver. Wie viele Löffel das sind, hängt von der Größe Ihres Löffels ab. Wiegen Sie einfach einmal die Menge und Sie haben die perfekte Dosierung von Kaffeelöffel zu Kaffeemehl.

Schritt 4: Wasser kochen und Kaffee quellen lassen

Kochen Sie das Wasser auf, im Idealfall sollte es zwischen 93 und 96 Grad warm sein. Das hat einen bestimmten Grund: In den Kaffeebohnen sind Öle enthalten. Bei der angegebenen Wassertemperatur verbinden diese sich am besten und sorgen für einen aromatischen Geschmack. Gießen Sie im ersten Schritt so viel Wasser auf das Kaffeepulver bis es vollständig bedeckt ist. Jetzt beginnt der Kaffee zu quellen, was auch „Blooming“ (engl. aufblühen) genannt wird. Dieses „Vorbrühen”, bei dem kleine Bläschen auftreten, sollte etwa 30 Sekunden dauern.

Schritt 5: Wasser nachfüllen

Nach rund 30 Sekunden geben Sie nun das restliche Wasser in kreisenden Bewegungen langsam in den Filter. Füllen Sie nach und nach das Wasser weiter in den Filter, bis Sie die gewünschte Menge in der Kanne haben. Beim Eingießen des Wassers achten Sie darauf, dass das Kaffeemehl benetzt wird und nicht der Rand des Filters. Dies verhindert ein Vorbeilaufen des Wassers am Pulver. Insgesamt sollte es zwei bis vier Minuten dauern – je nach Wassermenge – bis Sie die Flüssigkeit vollständig über das Kaffeemehl gegeben haben.

Welchen Vorteil hat Handfilterkaffee gegenüber Maschinenfilterkaffee?

Filtermaschinen haben oft den Nachteil, dass das Wasser während des Brühvorgangs nur auf die Mitte des Filters tröpfelt und dadurch nur mit „wenig“ Kaffeepulver in Kontakt kommt, sodass der Kaffee vergleichsweise weniger aromatisch schmeckt. Eher wird er überextrahiert und kann dadurch bitter schmecken.

Durch die kreisenden Bewegungen beim Eingießen können Sie sicherstellen, dass das Wasser mit dem gesamten Kaffeepulver in Kontakt kommt. Die Extraktion des Kaffees ist so deutlich gleichmäßiger als bei handelsüblichen Maschinen, wodurch unter anderem das Aromaerlebnis bei der Handfiltermethode intensiver ist. Maschinell ist das nur möglich, wenn Sie eine Moccamaster-Maschine haben. Durch den „Regentropfen”-Effekt versucht diese ebenfalls das gesamte Kaffeepulver zu benetzen und nicht nur punktuell das in der Mitte zu treffen.

Filterkaffee frisch gebrüht

Fazit zum Filterkaffee mit dem Handfilter

Die Handfiltermethode ist vielleicht etwas aufwendiger, lohnt sich aber für einen perfekten Kaffeegenuss allemal. Besonders wenn Sie ihn gerne schwarz trinken. Wie Ihr Handfilterkaffee schmeckt, liegt vor allem an den Kaffeebohnen selbst. Achten Sie dabei auf gute Qualität und hochwertige Verarbeitung. Auch bei der Wahl des Filters gibt es verschiedene Möglichkeiten. Klassisch wird auf einen Porzellanfilter zurückgegriffen. Es gibt aber auch Modelle aus anderen Materialien. Diese haben wir in unserem Text zu Filtern zusammengefasst.

Wenn Sie wissen wollen, welche Methoden der Filterkaffee-Zubereitung es noch gibt, schauen Sie gerne bei unserer Filterkaffee-Übersicht vorbei.

Hendrik

Hendrik Bäumer ist zertifizierter Kaffeesommelier und seit über sechs Jahren bei Kaffee Partner. In Schulungen gibt er seine Expertise an unsere Mitarbeiter weiter. Er und seine Sommelier-Kolleginnen lesen außerdem all unsere Fachtexte gegen, damit auch unseren Lesern fundiertes Kaffeewissen nähergebracht wird.