Rezepte17. Februar 20224 Min. Lesezeit

Muckefuck – der Ersatzkaffee mit dem lustigen Namen

Muckefuck, also Ersatzkaffee, hat nicht nur viele Namen, sondern auch eine lange Geschichte. Geschmacklich ist er jedenfalls nicht zu unterschätzen. Wir sagen Ihnen, woraus er besteht und wie er zubereitet wird.

Ersatzkaffee aus Zichorienwurzel

Die wichtigsten Fakten zum Muckefuck:

  1. Muckefuck wird nicht aus echten Kaffeebohnen hergestellt und ist somit koffeinfrei.
  2. Hauptbestandteile sind Getreidesorten wie Gerste oder Roggen und die Pflanze Zichorie.
  3. Das Wort könnte aus dem französischem „Mocca faux“ für „falschen Kaffee“ oder aus dem rheinischen „Mucke“ und „fuck“ für „braunen Holzmulm“ und „faul“ kommen.
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Was ist Muckefuck und woraus besteht es?

Der Muckefuck ist eine Art Ersatzkaffee, der geschmacklich als auch farblich sehr an das Original erinnert. Da er koffeinfrei ist und deswegen auch von Kindern getrunken werden kann, wird er häufig als Kinderkaffee bezeichnet. Weitere Namen sind Landkaffee, Getreidekaffee, Zichorienkaffee oder Malzkaffee. Der Ersatzkaffee kann aus unterschiedlichen Lebensmitteln gewonnen werden: Von Löwenzahn, Dattelkernen, Feigen und Spargel bis hin zu Maiskörnern, Kartoffeln und Eicheln. Meistens werden jedoch als Hauptbestandteile Getreidesorten wie Dinkel, Roggen und Gersten genutzt. Hinzu kommt noch die Pflanze Zichorie (auch Gemeine/Gewöhnliche Wegwarte), ein sogenannter Korbblüter, der am Wegrand wächst. Die Wurzeln der Zichorie verleihen dem Getränk eine leicht bittere Note. Dadurch erinnert der Geschmack des Muckefucks an den eines echten Kaffees.

Getreidesorten als Zutat für Muckefuck

Die Ursprünge des Muckefuck Kaffees

Muckefuck ist noch nicht so alt wie normaler Kaffee, der vermutlich bereits Mitte des 15. Jahrhunderts getrunken wurde. Aber auch der Muckefuck hat bereits einige Jahre auf dem Buckel. Es heißt, Friedrich II. soll den Auftrag für die Herstellung des Ersatzkaffees gegeben haben, als er im 18. Jahrhundert die Kaffeezölle drastisch erhöhte. An Bedeutung gewann Muckefuck besonders während Kriegszeiten, da es kaum Möglichkeiten gab, normalen Kaffee zu kaufen. Die Menschen wurden erfinderisch, da niemand gänzlich auf den Kaffeegeschmack verzichten wollte.

Woher kommt das Wort Muckefuck?

Für die Herkunft des Namen Muckefuck gibt es zwei verschiedene Theorien: Zum einen könnte es sich aus dem französischem „Mocca faux“, was so viel wie „falscher Kaffee“ bedeutet, ableiten lassen. Außerdem wird vermutet, dass es sich auch aus den rheinischen Wörtern „Mucke“ für „braunen Holzmulm“ oder „braune Stauberde“ und „fuck“ von „faul“ zusammensetzt. Beide Theorien geben Hinweise auf das Besondere des Ersatzkaffees. Dass es eben kein echter Kaffee ist, aber aufgrund der Zutat Zichorie leicht nach Kaffee schmeckt und seine Farbe an braune Erde erinnert.

Ist der Muckefuck gesund?

Derzeit erlebt der Ersatzkaffee ein kleines Revival, was besonders an seinen gesunden Eigenschaften liegen könnte. Vor allem die Naturkostbewegung setzt auf den biologischen Ursprung vieler Muckefuck-Kaffees. Gerade für Kaffeetrinker, die auf Koffein verzichten möchten oder müssen, ist er geschmacklich eine gute Alternative.

Der Pflanze Zichorie sagt man eine verdauungsfördernde und appetitanregende Wirkung nach, da sie Bitterstoffe und Inulin enthält. Zudem sei sie besonders schonend für Magen- und Darm. Die Mineralstoffe und Spurenelemente sollen sich zusätzlich positiv auswirken. 2020 wurde die Wegwarte (Zichorie) zur Heilpflanze des Jahres gewählt. Natürlich muss man immer prüfen, wenn man den Kaffee nicht gerade selbst herstellt, wie viel von er Pflanze im Ersatzkaffee enthalten ist.

Rezept zum Herstellen von Muckefuck Kaffee

Einen frischen Muckefuck können Sie auf verschiedene Arten und Weisen zubereiten. Wir zeigen Ihnen eine Variante, wie Sie den Ersatzkaffee mit nur zwei Zutaten selbst herstellen und dabei auf Getreide verzichten können.

Die Grundzutaten:

  • Löwenzahnwurzel
  • Zichorienwurzel

Schritt 1: Sammeln und klein schneiden

Graben Sie Löwenzahn- und Zichorienwurzeln aus. Klopfen Sie anschließend die Erde gut ab und waschen Sie die Wurzeln. Schneiden Sie sie in kleine Stücke.

Schritt 2: Im Ofen trocknen

Trocknen Sie die Wurzelstücke auf einem Backblech im Ofen bei ca. 50 Grad für 90 Minuten. Erhöhen Sie die Temperatur anschließend auf 225 Grad und rösten Sie die Wurzeln fettfrei bis sie einige Röstaromen haben. Wenden Sie sie gelegentlich.

Schritt 3: Mahlen und aufgießen

Lassen Sie die Wurzeln nach dem Röstvorgang abkühlen. Zermahlen Sie sie zu einem feinen Pulver- bzw. Breigemisch. Geben Sie für einen Muckefuck einen Teelöffel des Pulvers in eine Tasse mit 200 ml Füllvermögen und übergießen Sie das Pulver mit heißem Wasser. Alternativ können Sie das Pulver auch erst in einen Filter schütten und dann aufgießen, um eventuelle Stückchen zu vermeiden.

Alternativen zur eigenen Herstellung von Muckefuck

Wer nicht gerade Zeit hat, sich seinen Muckefuck selbst herzustellen, kann auf verschiedene fertige Instant-Pulver zurückgreifen. In Reformhäusern und online gibt es den Ersatzkaffee mit unterschiedlichen Zutaten zu kaufen, von Getreide über Kornelkirschkerne bis hin zu Lupinen. Bekannte Marken können Caro oder Linde's Kornkaffee sein. Sie beinhalten beide ebenfalls Zichorie sowie Roggen, Gerste und Gerstenmalz. Bei allen Varianten wird das Pulver einfach mit heißen Wasser übergossen und umgerührt. Schon kann das koffeinfreie und kaffee-ähnliche Getränk getrunken werden.

Hendrik

Hendrik Bäumer ist zertifizierter Kaffeesommelier und seit über sechs Jahren bei Kaffee Partner. In Schulungen gibt er seine Expertise an unsere Mitarbeiter weiter. Er und seine Sommelier-Kolleginnen lesen außerdem all unsere Fachtexte gegen, damit auch unseren Lesern fundiertes Kaffeewissen nähergebracht wird.