16. August 2018 3 min. Lesezeit Rezepte

Was ist Muckefuck Kaffee?

Kaffee war ein teures Gut. Kein Wunder, dass die Menschen schnell auf der Suche nach einem günstigen Ersatzkaffee waren, gerade in Zeiten der Not. Schließlich wollte niemand auf den Geschmack eines Kaffees verzichten. Inzwischen verbirgt sich der Ersatzkaffee hinter verschiedenen Bezeichnungen. Egal ob Landkaffee, Kaffeemalz oder Muckefuck – Ersatzkaffee hat kein Koffein, schließlich wird er nicht aus echten Kaffeebohnen hergestellt. Manchmal wird er auch als Kinderkaffee bezeichnet, da viele Kinder die koffeinfreie Alternative trinken können. Doch woraus wird Muckefuck hergestellt und wie schmeckt der Ersatzkaffee?

Die Ursprünge des Muckefuck Kaffees

Zwar ist Muckefuck nicht so alt wie normaler Kaffee, der vermutlich bereits seit Mitte des 15. Jahrhunderts getrunken wird. Trotzdem blickt auch der Ersatzkaffee auf eine lange Historie zurück. Es heißt, Friedrich II. soll den Anlass für die Herstellung des Ersatzkaffees gegeben haben, als er im 18. Jahrhundert die Kaffeezölle drastisch erhöhte. An Bedeutung gewann Muckefuck besonders während den Zeiten des Krieges, da es kaum Möglichkeiten gab, normalen Kaffee zu kaufen. Die Menschen wurden erfinderisch, denn niemand wollte auf seinen geliebten Kaffee verzichten.

Erste Hinweise auf die Bestandteile des Ersatzkaffees findet man bereits im Namen „Muckefuck“. Die Bezeichnung Muckefuck lässt sich entweder aus dem französischem „Mocca faux“ für „falschen Kaffee“ ableiten, oder aus „Mucke“ für „braunen Holzmulm oder braune Stauberde“ und „fuck“ von rheinisch „faul“. Der Ersatzkaffee kann auf unterschiedlichste Weise zubereitet werden. Meist wird er aus Getreide hergestellt, aber auch Zubereitungen aus Früchten oder Möhren sind bekannt.

Bestandteile des Muckefucks

Der Ersatzkaffee kann aus unterschiedlichen Lebensmitteln gewonnen werden: Von Löwenzahn, Dattelkernen, Feigen und Spargel bis hin zu Maiskörnern, Kartoffeln und Eicheln. Hauptsächlich werden jedoch als Hauptbestandteile Getreidesorten, wie Dinkel, Roggen und Gersten genutzt. Hinzu kommen noch die Zichorien. Die Wurzeln der Zichorie verleihen dem Getränk eine leicht bittere Note, sodass der Muckefuck an den Geschmack eines echten Kaffees erinnert. An den Bestandteilen kann jedoch direkt abgeleitet werden, dass dieses Getränk kein Koffein enthält – ganz im Gegensatz zum normalen Kaffee. Man sagt aber auch der Zichorie eine aufputschende Wirkung nach.

Tatsächlich erlebt der Ersatzkaffee aktuell ein kleines Revival. Vor allem die Naturkostbewegung setzt auf den biologischen Ursprung vieler Muckefuck Kaffees. Zudem werden dem Ersatzkaffee viele gesundheitsförderliche Eigenschaften zugeschrieben. Somit ist er eine gute Alternative, gerade für Kaffeetrinker, die auf Koffein verzichten möchten oder müssen.

Rezept für einen Muckefuck Kaffee

Der Ersatzkaffee lässt sich auch zu Hause einfach zubereiten. Mit folgendem Rezept gelingt der Kaffee schnell und einfach:

  1. Löwenzahnwurzeln und Zichorienwurzeln ausgraben
  2. Erde gut abklopfen bzw. abwaschen
  3. In Stücke schneiden und auf einem Backblech im Ofen bei ca. 50 Grad 90 Minuten trocknen lassen
  4. Anschließend bei 225 Grad 15 Minuten lang fettfrei rösten und dabei gelegentlich wenden
  5. Abkühlen lassen
  6. Im Anschluss mit einer Mühle zermahlen
  7. Für eine Tasse Muckefuck einen Teelöffel Pulver mit brühendem Wasser übergießen

Es lohnt sich den Ersatzkaffee selbst einmal auszuprobieren. Sobald Sie jedoch Durst auf einen anregenden Espresso, milden Cappuccino oder klassischen Bohnenkaffee bekommen, steht Ihnen die ganze Welt des Kaffees mit einem Kaffeevollautomaten von Kaffee Partner zur Verfügung.

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Carolin

Trinkt am liebsten Kaffee schwarz, um in den Tag zu starten. Nach dem Essen darf es auch gerne ein kurzer Espresso sein – am liebsten aus der Crema Grande .

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