Gesundheit10. Februar 20226 Min. Lesezeit

Schwarzer Kaffee: Was das Getränk ohne Milch ausmacht

Schwarzer Kaffee ist besser als sein Ruf. Wir klären auf, was schwarzen Kaffee ausmacht und warum er auch gesundheitsfördernd sein kann.

Schwarzer Kaffee steht auf Tisch

Die wichtigsten Fakten zu schwarzem Kaffee

  1. Koffeingehalt beträgt 90 mg bei 200 ml Kaffee (12 g Kaffeepulver).
  2. Mehr als vier Tassen á 200 ml sollten pro Tag nicht getrunken werden (ca. 400 mg Koffein).
  3. 100 ml schwarzen Kaffee haben nur 2 Kalorien.
  4. Schwarzer Kaffee kann das Gewicht regulieren.
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Was ist schwarzer Kaffee?

Ganz simpel: Ein zubereiteter Kaffee ohne Milch oder Milchalternative und ohne Zucker ist ein schwarzer Kaffee.

Dabei ist es egal, ob Sie das koffeinhaltige Getränk in einer French Press, einem Kaffeevollautomaten, mit dem Handfilter oder in einer herkömmlichen Kaffeemaschine zubereiten.

Wie Sie den Kaffee trinken, bleibt natürlich Ihnen überlassen, allerdings sagen manche Menschen, dass ihnen schwarzer Kaffee nicht schmeckt. Das kann daran liegen, dass Kaffee pur bitterer schmeckt, als wenn man beispielsweise Milch hinzufügt. Dadurch wird das Getränk milder. Den unverfälschten Kaffeegeschmack erhalten Sie allerdings nur dann, wenn Sie das Getränk „schwarz“ trinken. Auch gesundheitlich hat schwarzer Kaffee im Vergleich zur Variante mit Milch viele positive Eigenschaften. Welche das genau sind, lesen Sie im nächsten Abschnitt.

paar sitzt gegenueber und trinkt kaffee von oben

Ist schwarzer Kaffee gesund?

Den Wirkungen von Kaffee auf den Körper wurde bereits in zahlreichen Studien auf den Grund gegangen. Der allgemeine Tenor:

Der geregelte Konsum von Kaffee ist gesund und kann positive Auswirkungen auf den Körper haben.

Beispielsweise enthält schwarzer Kaffee Antioxidantien, die Krankheiten vorbeugen können. Wie viele antioxidative Eigenschaften ein Kaffee hat, hängt unter anderem vom Röstgrad der Bohnen ab. Außerdem hat er antifibrotische Auswirkungen auf die menschliche Organe wie die Leber.

Was außerdem stimmt, sind unter anderem folgende Aussagen:

  • Kaffee stärkt das Langzeitgedächtnis: Forscher der Universität Baltimore fanden in einer Studie raus, dass sich Menschen etwas besser merken konnten, wenn sie anschließend Koffein zu sich genommen hatten. Die Wirkung lasse sich allerdings nicht beliebig steigern. Es sei zu einem Gewöhnungseffekt bei den Konsumenten gekommen.(1)
  • Kaffee fördert die geistige Leistungsfähigkeit: Laut einer Studie des Hirnforschers Prof. Bernd Fischer soll der Genuss von ein bis drei Tassen Kaffee die Schnelligkeit der Informationsverarbeitung um zehn Prozent steigern. Außerdem erhöhe sich die Daueraufmerksamkeit durch den Kaffeekonsum. Tipp für Arbeitgeber: Stellen Sie Ihren Mitarbeitern Kaffee zur Verfügung, erhöht dies wissenschaftlich bewiesen die Produktivität.(2)
  • Kaffee senkt das Krebsrisiko: Vier Tassen Kaffee können das Hautkrebsrisiko um 20 Prozent reduzieren. Das fanden Wissenschaftler der Yale School of Public Health heraus. Die Erkenntnisse zogen die Forscher aus einer Studie, die nachweist, dass einige Kaffeeinhaltsstoffe vor Zellschäden durch UVB-Strahlung schützen können.(3)
  • Kaffeetrinker leben länger: Aus einer amerikanischen Langzeitstudie zog ein Team der Harvard School of Public Health Daten, aus denen ersichtbar ist, dass Kaffeetrinker länger leben als Personen, die auf das koffeinhaltige Getränk verzichten. Bevor sie jetzt tagtäglich ihren Kaffeekonsum erhöhen: Dies ist natürlich nicht der einzige Faktor gewesen, auch die Lebensumstände der einzelnen Probanden müssen berücksichtigt werden.(4)
  • Schwarzer Kaffee entgiftet Zellen: Schwarzer Kaffee fördert laut einer Studie der Uni Graz in seinem ursprünglichen Zustand die sogenannte Autophagie. Das ist eine Art „Selbstverdauungsprogramm“ im Körper, das Zellen reinigt und entgiftet.(5)
Zwei Kollegen trinken gemeinsam Kaffee

Warum Sie einen Kaffee schwarz trinken sollten

Tierische Milch im Kaffee reduziert leider die im vorherigen Abschnitt genannten positiven Eigenschaften und Auswirkungen des Getränks. Forscher der Uni Graz haben herausgefunden, dass tierische Proteine den Prozess der Zellreinigung hemmen können. Sie empfehlen deshalb, Kaffee schwarz oder, wenn Sie diese Variante nicht gern mögen, mit pflanzlicher Milch zu trinken.

Die Reaktionen des Körpers auf schwarzen Kaffee sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Deshalb sollten Sie ihn zunächst nur in Maßen trinken, um die persönliche Bekömmlichkeit herauszufinden. Durch die Röstung der Kaffeebohnen entstehen Säure- und Bitterstoffe. Diese können Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt haben, beispielsweise auf leeren Magen die Magenschleimhaut angreifen. Jedoch ist es nicht hundertprozentig erwiesen, welcher Stoff im Kaffee für Magenschmerzen sorgt. Lange Zeit galt Chlorogensäure als verantwortlich. Mittlerweile ist diese These aber widerlegt. Genauso ist es laut dem Deutschen Kaffeeverband nicht erwiesen, dass der Kaffeegenuss das Risiko von Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes erhöht.

So viel Kaffee dürfen Sie am Tag trinken

Laut dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung reduzieren vier Tassen normaler Kaffee das Risiko an Leberkrebs zu erkranken um 75 Prozent. Viel mehr sollte allerdings auch nicht konsumiert werden. Das liegt an dem hohen Koffeingehalt im Kaffee.

Wer übermäßig viel Koffein konsumiert, kann seiner Gesundheit schaden. Als Folgen werden von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) beispielsweise erhöhte Nervosität, Schlaflosigkeit und Herzrasen genannt. Als Faustregel wird angegeben, dass etwa 5,7 mg pro Kilogramm Körpergewicht in Ordnung sind. Für eine Frau, die 60 Kilogramm wiegt, wären das also rund 342 mg. Das entspricht ungefähr den oben genannten vier Tassen Kaffee pro Tag. Für schwangere oder stillende Frauen gelte etwa die Hälfte des Wertes als gesundheitlich unbedenklich.

Zwar kann man nicht von einer Abhängigkeit oder Sucht nach Kaffee bzw. Koffein sprechen, allerdings gibt es laut dem Deutschen Kaffeeverband Gewöhnungseffekte nach regelmäßigem Konsum. Koffein spreche keine für Sucht bekannten Hirnregionen an. Allerdings kommt es vor, dass beispielsweise Kopfschmerzen auftreten, wenn Kaffeetrinker abrupt auf ihre tägliche Kaffee-Dosis verzichten.

Viele Tassen schwarzer Kaffee

Wie viel Koffein ist in schwarzem Kaffee?

Welcher Koffeingehalt in Kaffee steckt, hängt allgemein von mehreren Faktoren ab. Zunächst einmal, welche Bohnen Sie wählen. Hierbei haben Arabica-Bohnen einen geringeren Koffeingehalt (durchschnittlich 1,2 Prozent) als Robusta-Bohnen (rund 1,7 – 3,6 Prozent). Allerdings schwanken auch diese Werte. Man muss beachten, wie heiß die Bohnen geröstet wurden, wie fein der Kaffee gemahlen ist und wie lange Sie ihn bei der Zubereitung haben ziehen lassen. Einfache Richtwerte: Je feiner die Bohnen gemahlen sind und je länger Sie den Kaffee ziehen lassen, desto höher ist der Koffeingehalt. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat ein schwarzer Kaffee um die 90 mg Koffein pro 200 ml, was in etwa einem normalen Kaffeebecher entspricht. Weitere Infos dazu finden Sie auch in unserem Artikel zum Thema Koffein.

Wie viele Kalorien hat schwarzer Kaffee?

Schwarzer Kaffee hat nur rund 2 bis 3 Kalorien auf 100 ml. Allerdings kann der Kaffeegenuss schnell zur Kalorienfalle werden. Nämlich dann, wenn Sie Milch, Zucker oder Sirup hinzufügen. Hier variiert der Kaloriengehalt dann je nachdem, welchen Fettgehalt Ihre Milch hat und wie viel Sie von den einzelnen Zusatz-Komponenten verwenden. So hat beispielsweise ein Latte macchiato aufgrund der vielen Milch auch mehr Kalorien als ein Cappuccino, dem im Vergleich weniger Milch zugefügt wird.

Spezialität Kalorien auf 100 ml
Kaffee schwarz 2 kcal
Cappuccino Vollmilch, ohne Zucker 38 kcal
Latte macchiato Vollmilch, ohne Zucker 44 kcal
Milchkaffee Vollmilch, ohne Zucker 30 kcal

Hilft schwarzer Kaffee beim Abnehmen?

In vielen Diätratgebern steht geschrieben, dass der Genuss von schwarzem Kaffee die Abnahme begünstige. Aber ist das wirklich so? Einer Studie der Universität Hannover zufolge ja! Diese besagt, dass regelmäßiger Konsum von Kaffee beim Abnehmen helfen kann und auch dabei unterstützt, das Gewicht zu halten. Forscher der britischen Universität Nottingham haben dazu festgestellt, dass das in Kaffee enthaltene Koffein die Fettverbrennung ankurbelt. Diesen Effekt erhalte man allerdings nur dann, wenn der Kaffee pur getrunken wird. Die Zugabe von Milch, Zucker oder Sirup würde für einen gegenteiligen Effekt sorgen.

Athletische Frau hat eine Tasse Kaffee in der Hand

Welche Bohnen für den schwarzen Kaffee?

Für schwarzen Kaffee können Sie prinzipiell jede Kaffeebohne wählen. Da kommt es ganz darauf an, was Ihnen schmeckt. Je dunkler Kaffee geröstet ist, desto kräftiger, „stärker” schmeckt er. Bevorzugen Sie beispielsweise einen eher würzigen und erdigen Kaffee, würden wir Ihnen Robusta-Bohnen empfehlen. Mögen Sie Ihren Koffeinschub lieber mild, wählen Sie eher Arabica-Bohnen. Wichtig ist in allen Fällen, auf eine gute Qualität und eine schonende Röstung zu achten. Mehr zum dazu finden Sie im Artikel zum Thema Qualität und Kaffeebohnen für den Vollautomaten.

Gut zu wissen: Fairtrade Kaffee ist nicht gleich qualitativ hochwertiger Kaffee. Auch hier muss auf die verschiedenen Faktoren geachtet werden.

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Hendrik

Hendrik Bäumer ist zertifizierter Kaffeesommelier und seit über sechs Jahren bei Kaffee Partner. In Schulungen gibt er seine Expertise an unsere Mitarbeiter weiter. Er und seine Sommelier-Kolleginnen lesen außerdem all unsere Fachtexte gegen, damit auch unseren Lesern fundiertes Kaffeewissen nähergebracht wird.