Kaffeebohnen aus dem Tiefkühlfach können länger gelagert werden. Doch was bringt dies für Vorteile mit sich und worauf muss geachtet werden? 

Tiefgefrorene Lebensmittel lassen sich in fast jedem Haushalt finden. Die Kälte hält das Essbare schön frisch und schützt es vor äußeren Einflüssen. Doch wie sieht es hier eigentlich mit Kaffee aus? Wenn Sie tiefgefrorene Bohnen mahlen möchten, dann sollten Sie unbedingt einige Schritte beachten. Kaffeebohnen verlieren schnell ihr Aroma und damit den von uns so liebgewonnenen Geschmack. Vom Einkauf, über das Einfrieren, bis hin zum Auftauen und Mahlen benötigt die Kaffeebohne eine besondere Behandlung.

Der Kaffee gehört zu den meist getrunkenen Getränken der Welt. Auch in Deutschland trinkt fast jeder Mensch um die ein bis drei Tassen Kaffee am Tag. Bei der vielfältigen Auswahl an Geschmacksrichtungen landet jedoch oftmals viel zu viel von dem frischen Kaffee in unseren heimischen vier Wänden. Doch wohin mit überschüssigem Kaffee, der nicht auf die Schnelle aufgebraucht werden kann? Mit jedem Tag, den der Kaffee länger ungenutzt gelagert wird, verliert er nämlich wertvolle Aromen und schmeckt schon bald nicht mehr wie gewohnt. Hier kann das Tiefkühlfach Abhilfe schaffen und die Bohnen auch langfristig vor Aromaverlust schützen. Ein einfaches Eintüten und späteres Auftauen, so wie es bei den meisten Lebensmitteln üblich ist, sollte allerdings vermieden werden. Die empfindlichen Aromen dürfen auf keinen Fall einem Kondensierungseffekt ausgesetzt werden. Im Folgenden geben wir Ihnen eine genaue Anleitung an die Hand, um tiefgefrorene Bohnen mahlen zu können.

Kaffeebohnen aus dem Tiefkühlfach

Frischer Kaffee sollte generell innerhalb einer Woche verbraucht werden. So gehen kaum Aromen verloren und Sie können sich über einen gleichbleibend guten Genuss freuen. Wer seine Bohnen länger lagern möchte, kann diese mitunter einfach einfrieren. Für das Einfrieren eignen sich entsprechende Gefrierbeutel. Am besten verwenden Sie mehrere kleine Beutel, sodass Sie die Bohnen später portionsweise entnehmen können. Nachdem Sie die Beutel mit den Kaffeebohnen aufgefüllt haben, sollten Sie diese luftdicht und, wenn möglich, vakuumiert verpacken. Wer über kein eignes Vakuumiergerät verfügt, der kann auch versuchen, die Beutel bis auf ein kleines Luftloch zu verschließen und anschließend mit dem Mund so viel Luft wie möglich herauszusaugen. Dies reduziert die Sauerstoffmenge im Inneren auf ein Minimum und verhindert die Freilassung der in den Bohnen enthaltenen Aromen.

Wurden die Beutel mit den Kaffeebohnen erfolgreich verschlossen, so können diese ganz einfach im Tiefkühlfach untergebracht werden. Die Temperaturen unter dem Nullpunkt sorgen nun dafür, dass so gut wie keine Arbeitsprozesse mehr stattfinden können. Die Bohnen sind vor Sauerstoff, Wasser, Feuchtigkeit und äußeren Einflüssen geschützt. Die Aromen bleiben somit fest in den einzelnen Bohnen verschlossen und können nicht mehr entweichen. Als nächster Schritt steht nun das Auftauen an. Im Gegensatz zu anderen Lebensmitteln, sollten Kaffeebohnen nicht in der Sonne oder an der Luft aufgetaut werden. Hierbei entsteht ein Kondensierungseffekt, welcher die Aromen im Inneren der Bohnen entweichen lässt. Diesen Vorgang umgehen Sie ganz einfach, indem Sie die Bohnen in dem geschlossenen Tiefkühlbeutel auftauen lassen. Somit wird die Schutzhülle nicht entfernt und es tritt keine Kondensation auf. Eine andere und in vielen Kreisen auch durchaus übliche Methode ist, die tiefgefrorenen Bohnen direkt zu mahlen. Welche Vor- und Nachteile dies mit sich bringt, erfahren Sie einem der nächsten Abschnitte.

Beim Einfrieren von Kaffeebohnen kommt es also auf eine sichere und luftdichte sowie vakuumierte Verpackung an. Der anschließende Auftauvorgang entscheidet schließlich über den Erhalt der Aromen. Äußere Einflüsse wie Hitze oder Feuchtigkeit sollten auch hier bestmöglich vermieden werden!

Vor- und Nachteile von gefrorenen Kaffeebohnen

Die Verwendung von gefrorenen Kaffeebohnen bringt Vorteile als auch Nachteile mit sich. Im Gegensatz zu frischem Kaffee gehen natürlich einige Aromen beim Gefriervorgang verloren – allerdings bei weitem nicht so viele wie bei einer normalen Lagerung über längeren Zeitraum. Vornweg soll jedoch gesagt werden, dass gefrorene Kaffeebohnen genauso gut gemahlen werden können, wie aufgetaute Bohnen. Das Mahlgut unterscheidet sich kaum voneinander. Vernünftige Kaffeemaschinen oder Kaffeemühlen dürften kein Problem mit dem Zermahlen der harten Bohnen haben.

Die Vorteile von gefrorenen Kaffeebohnen liegen zunächst klar auf der Hand. Der gefrostete Zustand ermöglicht eine überaus längere Lagerung als die von aufgetautem Kaffee. Allein die Tatsache, dass sich Kaffeearomen sehr schnell verflüchtigen, spricht schon für das Einfrieren. Des Weiteren setzen viele Kaffeeliebhaber auf gefrorene Bohnen, da diese nicht zu der Erhitzung des Mahlwerks beitragen. Bohnen auf Zimmertemperatur werden beispielsweise während der Mahlung viel höheren Temperaturen ausgesetzt, sodass automatisch viel mehr Aromen entweichen können. Die gefrorene Bohne kühlt den ganzen Mahlvorgang ab und wird somit schonender behandelt. Ansonsten profitieren Sie bei der Tiefkühlung von Kaffeebohnen natürlich von immer frischem Kaffee und können selbst größere Kaffeemengen über einen längeren Zeitraum hinweg problemlos lagern.

Die Nachteile der Tiefkühllagerung ergeben sich im Grunde nur aus der falschen Handhabung des Einfrierens und Auftauens. Verschließen Sie den Beutel mit den Bohnen beispielsweise nicht ordnungsgemäß, so erreichen Sauerstoff und fremde Gerüche die Kaffeebohnen. Diese verlieren somit nicht nur ihr Eigenaroma, sondern nehmen auch Fremdgeschmäcker mit auf. Hier sollte also immer auf einen ordentlichen Verschluss geachtet werden. Als nächstes steht das Auftauen auf dem Plan. Wer die Bohnen offenliegend auftauen lässt, der setzt diese äußeren Einflüssen aus und sorgt für einen schädlichen Kondensierungsprozess. Die Bohnen müssen daher auch beim Auftauen immer gut verschlossen bleiben – oder einfach direkt gefroren gemahlen werden.

Aromavorteil der gefrorenen Bohne

Eine tiefgefrorene Bohne zu mahlen ist also durchaus möglich, wenn nicht in manchen Haushalten sogar die Regel. Rundum sorgt der tiefgefrorene Zustand für allerlei Vorteile, welche bei einer klassischen Lagerung bei Zimmertemperatur nicht vorliegen. Allerdings lohnt sich diese Lagerung nur bei dem Kauf von einer großen Menge von Bohnen. Schließlich schmeckt der Kaffee frisch aus dem Laden immer noch am besten. Für Menschen, die auf einem Ausflug eine gute Rösterei gefunden haben und direkt eine größere Portion mitnehmen oder viele verschiedene Sorten auf einmal lagern möchten, lohnt sich die Tiefkühl-Variante allemal.

Sollten auch Sie sich daran probieren wollen, tiefgefrorene Bohnen zu mahlen, so orientieren Sie sich am besten an unseren hilfreichen Tipps. Wenn Sie sich beim Einfrieren und Auftauen ganz an unseren Guide halten, dann können Sie sich auf einen gewohnt guten Kaffeegeschmack freuen. Somit lohnt es sich auch mal etwas mehr Kaffee einzukaufen und sich den ein oder anderen Gang zur Rösterei oder in den Supermarkt zu sparen.

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