9. August 2018 2 min. Lesezeit Wissen

Arabica oder Robusta? Oft wird uns Arabica als "der bessere Kaffee" verkauft. Doch ist da etwas dran?

Arabica war bis zur Entdeckung des Robustas Ende des 19. Jahrhunderts die einzig bestimmende Pflanze im kommerziellen Kaffeeanbau, die aber ihre Tücken hat. So ist die Arabica-Pflanze sehr anfällig gegenüber Krankheiten, wie dem Kaffeerost, der die Blätter befällt und schließlich die ganze Pflanze eingehen lässt. Außerdem ist sie nur für bestimmte klimatische Verhältnisse geeignet. Die Arabica-Pflanze wächst nur in bestimmten Höhenlagen, in denen idealerweise Temperaturen von 18 bis 22 Grad herrschen. Zudem machen zuviel Wind, Feuchtigkeit und Hitze dem Arabica zu schaffen. Die Robusta trägt dagegen ihren Namen zurecht: Sie ist unempfindlich gegenüber Krankheiten, wie dem Kaffeerost, verträgt mehr Hitze und Feuchtigkeit.

Das Äußere der Bohne (Aussehen)

Tendenziell sind die Arabica-Bohnen etwas grösser und länglicher – Robusta-Bohnen hingegen ziegen sich eher rund und sind ein wenig kleiner. Arabica-Bohnen haben zudem einen geschwungenen Schnitt, während die Robusta-Bohnen eine gerade Kerbe aufweisen.

Das Wichtigste: Geschmack

Die Arabica-Bohnen haben eine „definierte“, eher milde Säure. Zudem schmecken sie eher rund bzw. klar, und bleiben dabei im Geschmaksbereich süsslich. Die Bohnen der Robusta-Kaffees haben überspitzt gesprochen etwas „moderiges“. Sie schmecken erdig oder nussig, und haben Noten von Holz oder Leder im Geschmack. Generell sind sie zudem kräftiger und besitzen mehr Bitterstoffe. Daher sind Robusta-Bohnen in einer Bohnen-Mischung geschmacklich dominanter als der Bohnen-Partner Arabica.

Säure & Koffein: Prägende Inhaltsstoffe

Robusta-Bohnen haben nahezu die doppelte Menge an Koffein im Vergleich zu der Arabica-Bohnensorte. Zudem ist der Anteil an Chlorogensäure (ein Stoff, der sich auf den empfindlichen Magen auswirken kann) beim Robusta um ca. 30% höher als beim Arabica-Kaffee. Dies führt im Gesamtbild dazu, dass Arabica tendenziell weniger belastend und besser verträglich ist.

Zur Pflanze: Anbau und Ernte der Bohnen-Sorten

Die Arabica Pflanze erreicht im kulitivierten Anbau eine Höhe von ca. 2 bis 5 Meter, und benötigt für gutes Wachstum eine Temperatur von 15 bis 20 Grad und einen jährlichen Niederschlag zwischen 1200 und 2200mm. Optimal kann diese Bohne in einer Höhe ab 600 m und bis ca. 2300 Meter angebaut werden. Vom Anbau bis zur ersten Ernte vergehen in der Regel 7 Jahre. Bekannte Anbaugebiete der Arabica-Bohne sind Südamerika, Afrika, Australien und Indonesien. Die Robusta-Pflanze wächst im bewirtschafteten Bereich auf einer Höhe von bis zu 7 Metern. Ideale Klima-Bedingungen sind: 2200 – 3000mm Niederschlag, 18 bis 36 Grad Temperatur, und eine Anbauhöhe bis ca. 600 Meter. Zentrale Anbaugebiete sind Vietnam, Indien, Afrika und auch Indonesien. Der große Vorteil der Robusta-Bohne zeigt sich bei der Ernte: Da die reifen Kirschen einfach an den Ästen hängenbleiben, sind diese wesentlich einfacher zu ernten als die herunterfallenden (und dann schnell faulenden) Arabica-Bohnen.

Die Bohnen im Welthandel

Robusta ist durch die Anbauhöhe und die leichtere Ernte deutlich wirtschaftlicher als die Arabica-Bohne. Dadurch wird auch der preisliche Unterschied bedingt: Robusta-Kaffee kostet nur einen Bruchteil vom Arabica-Kaffee. Dennoch (oder gerade deswegen) ist nur 25% des weltweit angebautem Kaffees Robusta. Verwendung findet die Robusta-Bohne in vielen Massenröstungen sowie in diversen Instant-Kaffees. Zwar gibt es hochqualitative Robusta-Bohnensorten, die in Indien, Ecuador und Brasilien angebaut werden – diese gehen aber durch fehlende Präsenz am Markt tendenziell unter.

Die Röstung – was die Bohne schmackhaft macht

Die Zeit bis zur Reife verlängert sich, je höher die entsprechende Kaffee-Bohne angebaut wird. Beim Rösten kann der Bräunegrad individuell eingestellt werden – je länger geröstet wird, desto stärker schmeckt die Bohne. Geröstet wird bei einer Temperatur zwischen 180 und 220 Grad. Dabei setzen sich Aminosäuren und Zuckerstoffe neu zusammen, wodurch schätzungsweise 1.000 Aromen bzw. chemische Verbindungen gebildet werden. Je länger eine Bohne geröstet wird, desto weniger Säure und desto mehr Bitterstoffe enthält sie.

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Maximilian

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