3. August 2018 3 min. Lesezeit Trends

Kaffee mit Honig? Nicht ganz!

Es gibt verschiedene Methoden der Trocknung in der Rohkaffeeverarbeitung. In diesem Beitrag widmen wir uns dem speziellen „Honey processed“-Verfahren. Der Name legt die Vermutung nahe, dass dabei mit Honig gearbeitet wird oder ein Honigaroma erzeugt werden soll, aber dem ist nicht so.

Die „Honey-processed“-Methode wurde zuerst in Costa Rica im Jahr 2003 auf Anregung eines japanischen Kaffeeimporteurs, der zu Besuch in dem Land war, angewandt. Diesem lagen Anfragen des italienischen Kaffeespezialisten illy und des Kaffeeunternehmens Guataro aus Japan vor, die mit neuen Geschmacksrichtungen ihr Angebot erweitern wollten. Beide bezogen bis dahin für ihre Spitzenkaffees einen besonders hergestellten Kaffee aus Brasilien, der den Trocknungsprozess mit der kompletten Pulpe durchlaufen hat. Für Standard-Kaffees wird der Einfachheit halber die gesamte Pulpe vor dem Trocknungsprozess abgewaschen und komplett entfernt. Bei der Trocknung mit Pulpe bleiben die Aromastoffe in der eigentlichen Bohne besser geschützt.

Die Idee des Japaners für die Erzeugung neuer Geschmacksvarianten war, die Kaffeekirsche nur teilweise zu waschen, wodurch die Schale zwar entfernt wird, aber das weiche, klebrige Fruchtfleisch an der Bohne hängen bleibt. Weil dieses sich fast wie Honig anfühlt, entstand der Begriff „Honey processed“ – echter Honig war also nicht im Spiel.

Das neue Verfahren verbesserte das Potential des costa-ricanischen Kaffees deutlich, denn er erhält dadurch mehr Körper und Geschmack mit einer wesentlich angenehmeren Säure.

Je nach Trocknungszeit und -technik unterscheidet man beim „Honey processed“-Kaffee die drei Stufen gelb, rot und schwarz. Die Unterschiede liegen hauptsächlich im Geschmack. Die gelbe ist die schnellste Stufe. Die Bohnen werden einfach in der Sonne getrocknet. Nach acht Tagen haben Sie die gewünschte hellgelbe Farbe und den optimalen Feuchtigkeitsgrad erreicht. Die rote Stufe dauert länger, denn hier findet der Trocknungsprozess an wolkenreichen Tagen statt und dauert so etwa zwölf Tage. Für die schwarze Stufe werden die Bohnen für Trocknung auf ein Gestell gelegt, dass an traditionelle afrikanische Betten erinnert, und zusätzlich mit einer schwarzen Folie bedeckt. Der auf diese Weise entstehende „schwarzer Honig“ besitzt geschmacklich den reichsten Körper und ist besonders würzig. Weil diese Herstellungsweise am zeit- und arbeitsintensivsten ist, ist der schwarze auch der teuerste „Honey processed“-Kaffee.

Sollten Sie einmal die Gelegenheit bekommen, costa-ricanischen „Black Honey“-Kaffee probieren zu dürfen, dann dürfen Sie sich auf einen Geschmack mit einem Hauch von Erdbeeren und Melone freuen, der durch eine angenehme Säure und einem cremigen Körper abgerundet wird.

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Carolin

Trinkt am liebsten Kaffee schwarz, um in den Tag zu starten. Nach dem Essen darf es auch gerne ein kurzer Espresso sein – am liebsten aus der Crema Grande .

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